So viel Auswahl gab es noch nie: Erstmals kann aus sieben Kandidaten bei der Bundespräsidenten-Wahl gewählt werden. 2016 und 1951 waren es jeweils sechs. Auf dem Stimmzettel scheinen die Kandidaten nach dem Nachnamen alphabetisch gereiht auf: Michael Brunner, Gerald Grosz, Walter Rosenkranz, Heinrich Staudinger, Alexander Van der Bellen, Tassilo Wallentin, Dominik Wlazny.

Die Standpunkte der Kandidaten

Michael Brunner 
- © apa/Hochmuth

Michael Brunner

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Michael Brunner ist Chef der impfkritischen Partei MFG. In der großen ORF-Interview-Reihe am Donnerstag meinte er, dass mit einer Stimme für ihn auch ein "durchfilztes und morbides System" abgewählt würde.

Gerald Grosz - © apa/Hochmuth
Gerald Grosz - © apa/Hochmuth

Der ehemalige FPÖ- und BZÖ-Politiker und nunmehrige Kommentator Gerald Grosz möchte wegen der Sanktionen, der Corona- und der Teuerungspolitik die Regierung abberufen. In diesem Sinn plädierte auch der von der FPÖ nominierte Volksanwalt Walter Rosenkranz, der jahrelang im Nationalrat saß, da für ihn die Sanktionen gegen Russland gegen die Neutralität verstoßen würden.

Walter Rosenkranz 
- © apa/Schlager

Walter Rosenkranz

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Heini Staudinger 
- © apa/Hochmuth

Heini Staudinger

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Der Schumacher Heinrich Staudinger meinte im ORF, er würde sich nicht an Gesetze halten, die ihm nicht sinnvoll erscheinen.

Alexander Van der Bellen 
- © apa / Franz Neumayr

Alexander Van der Bellen

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Für Amtsinhaber Alexander Van der Bellen ist klar, dass die Österreicherinnen und Österreich nach sechs Jahren Amtszeit wissen, wofür er stehe. Eine "klare Entscheidung" wäre für ihn schon in Runde eins am Sonntag wünschenswert.

Tassilo Wallentin 
- © APA/GEORG HOCHMUTH

Tassilo Wallentin

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"Krone"-Kolumnist Tassilo Wallentin sieht sich als Vertreter außerhalb des Systems. Der Anwalt wurde im Wahlkampf auch von Frank Stronach unterstützt.

Dominik Wlazny 
- © reuters / Leonhard Foeger

Dominik Wlazny

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Dominik Wlazny ist mit 35 Jahren der jüngste Kandidat. Auch in der Politik ist er "unverbraucht", 2020 stieg der Musiker als Bezirksrat in Wien-Simmering ein.

Die Wahl in Zahlen, Daten und Fakten

Genau 6.363.489 Österreicherinnen und Österreicher sind wahlberechtigt. Knapp 1,4 Millionen Menschen, die in Österreich wohnen, dürfen aber nicht wählen, da sie keinen österreichischen Pass haben. Das gab die NGO SOS-Mitmensch im Rahmen ihrer "Pass egal"-Wahl bekannt. Gewählt werden kann vor Ort in einem der rund 10.100 Wahllokale. Auch per Briefwahl ist die Stimmabgabe möglich. Zu beachten ist, dass die Wahlkarte spätestens am Wahltag um 17 Uhr bei der Wahlbehörde eingelangt sein muss. Dazu musste man diese bis Samstag kurz vor 9 Uhr in einen Briefkasten werfen. Diese wurden ausnahmsweise auch am Samstag von der Post geleert und Wahlkartenkuverts an die Bezirkswahlbehörde zugestellt. Man kann auch mit der Wahlkarte in ein anderes als das eigene Wahllokal gehen. Oder diese im eigenen Wahllokal gegen einen normalen Stimmzettel eintauschen.

In der ersten bundesweiten Wahl seit Ausbruch der Corona-Pandemie gibt es kaum Einschränkungen. Corona-positive Menschen können wählen, müssen aber eine Maske tragen. Diese ist kurz abzunehmen, um eine Erkennung zu gewährleisten.

Der Bundespräsident braucht eine absolute Mehrheit, also mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen. Erreicht keiner der Kandidaten diese im ersten Wahlgang, gibt es zwingend vier Wochen später - das wäre der 6. November - eine Stichwahl zwischen den zwei stimmenstärksten Kandidaten. (bs)