Die Bilanz nach rund sechs Monaten ist für Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) zufriedenstellend. Seit die Polizei im Mai begonnen hat, verstärkt gegen Schlepperkriminalität vorzugehen, konnten bei über 2.500 Schwerpunktaktionen mehr als 400 Schlepper aufgegriffen werden, sagte der Minister bei einer Pressekonferenz am Montag. Damit seien heuer bereits mehr Menschenschmuggler festgenommen worden als im gesamten vergangenen Jahr. Als weitere Maßnahmen gegen illegale Einwanderung nannte Karner Kontrollen in Grundversorgungseinrichtungen sowie ein "entschlossenes Vorgehen bei illegaler Einreise" und betonte, dass dieses Jahr bereits 32.000 negative Asylbescheide ausgestellt, beziehungsweise Asylverfahren eingestellt wurden.

Die "brutale Schleppermafia, die ihr Geschäft auf dem Rücken anderer Menschen macht", locke Menschen mit falschen Versprechen nach Europa, weshalb man im August eine Abschreckungskampagne in häufigen Herkunftsländern gestartet habe. Wie wirksam dieses "Anti-Marketing" tatsächlich ist, könne aktuell aber noch nicht beziffert werden.

Inder reisen häufig weiter

Zuletzt stellte jedenfalls eine wachsende Zahl von Inderinnen und Indern einen Asylantrag in Österreich. Im Juli und August waren sie laut dem Innenministerium die größte Gruppe unter den Antragstellern, neuere Zahlen hat das Ministerium bisher nicht veröffentlicht. Chance auf Asyl hätten diese allerdings kaum, betonte Karner. Immerhin habe heuer noch kein Inder einen positiven Asylbescheid erhalten.

Asyl in Österreich dürfte aber auch nicht das Ziel vieler Menschen aus Indien sein, die hierzulande aufgegriffen werden: Denn während von Jänner bis August mehr als 7.600 Inder einen Asylantrag gestellt hatten, wurden mit Ende August nur 662 von ihnen in der Grundversorgung betreut. Ein großer Teil dürfte also wohl andere Zielländer anstreben. Es seien wohl "viele weitergezogen oder in ihre Heimat zurückgekehrt, weil sie gesehen haben, dass sie keine Chance auf Asyl in Österreich haben", sagte Karner auf Nachfrage der "Wiener Zeitung".

Im Vorgehen gegen illegal Migration sei laut dem Minister auch die Kooperation mit anderen europäischen Staaten von großer Bedeutung, Österreich unterstütze andere Länder etwa durch die Bereitstellung technischer Hilfsmittel oder gemischte Streifen mit österreichischen Polizisten.

Ohne Visum nach Serbien

Besonders betonte Karner die Zusammenarbeit mit den Behörden in Serbien und Ungarn - immerhin dürfte über diese Route eine große Zahl von Menschen nach Österreich gelangen, da etwa Inder aktuell ohne Visum nach Serbien einreisen dürfen.

Doch gerade an der ungarisch-serbischen Grenze prangern Hilfsorganisationen die oft menschenunwürdige Behandlung und das gewaltsame Zurückdrängen von Migranten an. Diese Vorwürfe würden "an die entsprechenden Stellen weitergeleitet", sagte Karner auf Nachfrage. "Selbstverständlich spricht man auch über diese Dinge."