Die Bundesregierung von ÖVP und Grünen betont zwar stets die Bedeutung von Bildung für die junge Generation. Dennoch muss sie sich nach der Budgetrede von Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) und dem Publikwerden der detaillierten Zahlen des Staatshaushaltes für 2023 von Seiten der Universitäten herbe Kritik gefallen lassen. Die Rektoren sind ungehalten, weil sie trotz stark gestiegener Energie- und Heizkosten nicht einmal die Hälfte der geforderten Hilfszahlungen erhalten.

"Massive Einschnitte" stehen bevor

Dass die österreichischen Universitäten trotz wiederholter "Hilferufe" weniger als die Hälfte der dringend benötigten Zusatzfinanzierung von rund 1,2 Milliarden Euro für die geltende Leistungsvereinbarungsperiode von 2022 bis 2024 vom Finanzministerium erhalten – es seien nunmehr 500 Mio. Euro für diesen Zeitraum – kommentiert uniko-Präsidentin Sabine Seidler, Rektorin an der Technischen Universität Wien, schonungslos als einen "schwarzen Tag für die Wissenschaft in Österreich". Für sie ist damit ein schmerzhafter Rückbau an den Universitäten unausweichlich ist: "Es ist sehr enttäuschend, dass uns diese Entscheidung massive Einschnitte abverlangt und uns faktisch um Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte zurückwirft", betont Seidler in einer Aussendung Mittwochmittag.

"Wir werden nun vor die Entscheidung gestellt, ob wir mit den 500 Millionen in den nächsten zwei Jahren Energiepreise und Mieten bezahlen – beides zusammen beläuft sich laut unseren Prognosen auf rund 475 Millionen Euro – oder die Personalkosten von knapp über 500 Millionen Euro abdecken wollen – beides wird sich nicht ausgehen", schilderte die Präsidentin der Universitätenkonferenz die Alternativen.

Nach Nobelpreis nur "Lippenbekenntnisse"

Besonders gravierend seien die Folgen für den akademischen Nachwuchs, wie Seidler bereits im Vorfeld immer gewarnt hatte. "Für zukünftige Nobelpreisträger brechen düstere Zeiten an," fügt Seidler nach dem jüngsten Physik-Nobelpreis für Anton Zeilinger hinzu. "Von all den Lobgesängen auf die Wichtigkeit und Bedeutung wissenschaftlicher Forschung in den vergangenen Tagen bleiben nicht viel mehr übrig als Lippenbekenntnisse und ein schaler Beigeschmack." (red.)