Wien. Für tausende Maturantinnen und Maturanten wird es nach drei Jahren im kommenden Frühling eine Reihe der Sonderregelungen der Corona-Krise nicht mehr geben. Das hat Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) angekündigt. Erhalten bleibt aber die Einrechnung der Jahresnote bei der schriftlichen und mündlichen Matura.

In Schulen herrschte diesbezüglich bei der mündlichen Reifeprüfung Kopfschütteln und Unverständnis, weil damit ein Schüler, ohne irgendetwas zu sagen, bei entsprechender Jahresnote die Matura schafft. Bei der schriftlichen Matura wurde dem mit einem Mindesterfordernis ein Riegel vorgeschoben.

Im Bildungsministerium wurde der "Wiener Zeitung" am Montagabend erklärt, dass wie bereits bei der schriftlichen Matura künftig auch bei der mündlichen Reifeprüfung trotz Einrechnung der Jahresnote eine qualitative Mindestanforderung erfüllt werden müsse. Damit soll verhindert werden, dass ein Schüler, der etwa einen 3er in der Jahresnote hat und beim mündlichen Antreten in einem Fach gar nichts sagt oder nichts weiß, die Reifeprüfung damit bestanden hat. Damit wird auch Unverständnis und Kopfschütteln bei Lehrern an Schulen begegnet, die befürchtet hatten, es könnte in bestimmten Fällen dann allein eine gute Jahresnote für die mündliche Matura ausreichend sein.

Kürzere Zeit bei der schriftlichen Matura

Laut der Sprecherin der AHS-Direktorinnen und -direktoren, Isabelle Zins, soll dazu nachträglich noch Klarheit durch das Ministerium geschaffen werden. Es sei zugesagt worden, dass die Einrechnung der Jahresnote bei der mündlichen Matura noch präzisiert werde, erläuterte sie am Montag. Bei der schriftlichen Matura müssen trotz Einrechnung der Jahresnote zumindest 30 Prozent der Punkte erreicht werden.

Welche Erleichterungen fallen weg? Die Verlängerung der Arbeitszeit bei der schriftlichen Matura um eine Stunde wird es 2023 nicht mehr geben. Das gilt auch für die Einschränkung der Themenbereiche bei der mündlichen AHS-Matura.

"Wir werden in diesem Schuljahr auch wieder zur Normalität bei der Matura beziehungsweise Abschlussprüfung zurückkehren", führte der Bildungsminister als Begründung an. Die Schulen wurden darüber am Freitagnachmittag kurz vor den Herbstferien informiert, die Zeit für die Vorkehrungen für die Reifeprüfung drängt ohnehin bereits wieder. Die Beibehaltung der Berücksichtigung der Jahresnote hält der Minister für sinnvoll. "Einige ursprünglich temporäre Änderungen haben sich jedoch bewährt und werden daher die Regel werden", meinte er.(ett)