Im laufenden Schuljahr stöhnen Schuldirektorinnen und Lehrkräfte gleichermaßen unter Personalmangel. Bildungsminister Martin Polaschek startet jetzt die Kampagne "Klasse Job", um neue Pädagogen für die Schulen zu motivieren. "Der Lehrkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen", sagte er am Dienstag in Wien. In den vergangenen Monaten hat er einen Personalmangel an den Schulen als mediale Hysterie hingestellt.


Der Fachkräftemangel sei auch in den Schulen angekommen, erklärte der Ressortchef. Daher gebe es nun die Ressortstrategie für "die größte Lehrkräfteoffensive der zweiten Republik", betonte er. Diese ist allerdings auch dringend notwendig, weil es auch im Schulbereich eine Pensionierungswelle bei Pädagoginnen und Pädagogen gibt, die 2025 ihren Höhepunkt erreichen dürfte. Derzeit sind rund 122.000 Lehrkräfte in Österreich tätig. In den kommenden fünf Jahren werden pro Jahr 4.000 Lehrer in Pension gehen, also 20.000 insgesamt.

Polaschek möchte nicht nur mehr Junge nach der Matura für das Unterrichten gewinnen, sondern auch Quereinsteiger für den Lehrberuf begeistern. Jene, die aus der Privatwirtschaft umsteigen, beklagen allerdings etwa Probleme und viel Bürokratie bei der Anrechnung von Vordienstzeiten. Außerdem möchte der Minister verstärkt Lehrerinnen und Lehrer aus der Teilzeit in Vollzeit "zurückholen".

Drei Handlungsfelder

Die Strategie konzentriert sich auf drei Handlungsfelder. "Wir modernisieren die Erzählung von Schule", formulierte der Minister. Zweitens lege man einen Fokus auf Personalmanagement. Drittens entwickle man die Pädagogenausbildung weiter.

Am System bei der Lehrerausbildung mit Bachelorabschluss und Masterstudium während des Starts in den Lehrberuf hält er fest. Der Einstieg solle aber "besser, schneller" werden. Konkret wird es für die Ausbildung der Volksschullehrer eine Änderung geben. Statt bisher vier Jahren Bacherlorstudium und einem Jahr Masterstudium werden es künftig drei Bacherlorjahre und zwei Jahre Masterstudium sein. Am Masterstudium lässt er nicht rütteln.

Änderung bei Volksschullehrer-Ausbildung

Eine entsprechende Gesetzesnovelle möchte Polaschek 2023 beschließen lassen. Der Start für die geänderte Ausbildung der Volksschullehrer ist dann ab dem Studienjahr 2024/25 vorgesehen. Junge Lehrer müssten nach dem Bachelorstudium bereits als Vollzeitkraft tätig sein können. Aber, so Polaschek: "Wir brauchen eine bessere Studierbarkeit."

Generell möchte der Bildungsminister das Image des Lehrberufs verbessern: "Wir müssen den Menschen den Arbeitsort Schule positiver näherbringen." Es werde auch ein neues Lehrerbild, "das den Ansprüchen des 21. Jahrhundert gerecht wird", geben.