Der neue Tiroler Landeshauptmann heißt Anton Mattle. Der 59-jährige bisherige Landesrat und ÖVP-Obmann und sein Regierungsteam aus Volkspartei und SPÖ erhielten bei der konstituierenden Sitzung des Landtages am Dienstag 21 von 36 möglichen Stimmen - das entspricht der schwarz-roten Mehrheit. Mattle folgt auf Günther Platter, der Tirol mehr als 14 Jahren lang regiert hatte. Schwarz-Rot löst die bisherige, seit dem Jahr 2013 regierende, schwarz-grüne Landesregierung ab.

Mattles erster Stellvertreter ist SPÖ-Chef Georg Dornauer, der die Sozialdemokraten nach fast zehn Jahren zurück in die Regierung führte. Die ÖVP hatte bei der Landtagswahl am 25. September eine empfindliche Niederlage erlitten, mehr als neun Prozentpunkte verloren und war bei knapp 35 Prozent gelandet. Ein prognostizierter Komplettabsturz unter 30 Prozent blieb jedoch aus. Die SPÖ gewann nur geringfügig dazu und verlor den zweiten Platz an die FPÖ.

Ledl-Rossmann wieder Landtagspräsidentin

Sonja Ledl-Rossmann (ÖVP) wurde unterdessen erneut zur Tiroler Landtagspräsidentin gewählt. Ebenfalls 21 Mandatarinnen und Mandatare votierten für sie, 15 für die "Oppositionskandidatin", Liste Fritz-Chefin Andrea Haselwanter-Schneider. Sie wolle "weiter Impulse setzen" und "bürgernah" agieren, gab Ledl-Rossmann in einer kurzen Stellungnahme vor dem Landesparlament die Richtung vor. Es sei bisher immer gelungen, "einen gemeinsamen Weg" zu finden - auch in "herausfordernden Zeiten", so Ledl-Rossmann weiter.

Als ihre erste Vizepräsidentin wurde - mit einer Mehrheit von 23 Stimmen - die Landesobfrau der JVP Tirol, Sophia Kircher, gewählt. Sie fungierte bereits seit Mai 2021 als Landtagsvizepräsidentin. Damals folgte sie auf Mattle, der nach dem Rücktritt der Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) auf die Regierungsbank wechselte. Zehn Personen stimmten für die Gegenkandidatin Evelyn Achhorner (FPÖ), drei wählten ungültig. Zweite Vizepräsidentin wurde mit einer Mehrheit von 23 Stimmen die Ex-SPÖ-Chefin und Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ). Die Parteiobfrau der oppositionellen Liste Fritz, Haselwanter-Schneider, erhielt zwölf Stimmen. Eine Person gab ein leeres Kuvert ab und wählte somit ungültig. (apa)