In einer Aussendung bittet "das größte qualitätskontrollierte Wissensnetz Österreichs" Austria-Forum um Hilfe: "Das Austria-Forum wird zur Zeit von Hackern angegriffen, die den Zugriff für alle Mitarbeiter blockieren", schreibt der Medienwissenschafter Peter Diem zusammen mit anderen Mitgliedern des Editorial Boards (Gründer Hermann Maurer und ehemaliger Botschafter in Israel Kurt Hengl). Man befürchtet, dass die gemeinnützige Datenbank, die von Maurer gegründet worden ist, zerstört werden könnte. Betroffen sind nach eigenen Angaben über 4.000 E-Books und 1,8 Millionen Medienobjekte, zu denen Videos, Bilder und Artikel zu Österreichs Geschichte, Kultur, Wissenschaft und Natur gehören. Außerdem bietet das Austria-Forum viel Material für den Schulunterricht.

Eine Mitschuld für den Hacker-Angriff sieht das Editorial Board des Austria-Forums in der mangelhaften Finanzierung: Alle bisher fördernden Stellen würden "keine Mittel mehr zur Verfügung" stellen. Dazu gehören "Ministerien, Akademie der Wissenschaften, TU Graz und die von Maurer gegründete Fakultät für Informatik sowie andere Unis und Organisationen". "Damit konnten jahrelang keine Top-Programmierer beschäftigt werden, die aber notwendig sind, um Hacker-Angriffen dauerhaft zu begegnen", schreibt das Austria-Forum. Bereits im Juni 2021 schlug das Austria-Forum Alarm, da die Finanzierung nur mehr wenige Monate gesichert war.

Unterstützung wieder aufnehmen

Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" beziffert Maurer den notwendigen Betrag, um einen guten Programmierer anzustellen, der Sicherheitslücken schließen soll, mit rund 500.000 Euro für die nächsten drei Jahre. Vom Bildungsministerium habe man für den Vorschlag "nur die kalte Schulter" gezeigt bekommen, so Maurer.

Man sei außerdem ein Teil jener Digitalisierungsbemühen, die "von höchster Stelle" dauernd beschworen werde: "Das Austria-Forum ist Digitalisierung." Es würde nämlich viel zu oft übersehen werden, dass es auch "qualitätvolle Inhalte" brauche, die das Austria-Forum liefere.

Diem, Maurer und Hengl bitten die früheren Sponsoren und Förderer in ihrer Aussendung, ihre Unterstützung wieder aufzunehmen. Derzeit wird das Wissensportal von rund 150 ehrenamtlichen Autoren und Programmierern am Leben erhalten.