Die Ausschreitungen in der Halloween-Nacht auf Allerheiligen in Linz haben ein politisches Nachspiel. Schon diesen Freitag wird, wie der "Wiener Zeitung" in Linz bestätigt wurde, der Landessicherheitsrat einberufen. Darüber hinaus wird es voraussichtlich kommende Woche zu dem von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) verlangten Sicherheitsgipfel mit der Stadt Linz kommen. Von 130 an den Randalen Beteiligten, deren Identität von der Polizei festgestellt wurde, war der "überwiegende" Teil laut Landespolizeidirektion Asylwerber, eine genauere Auswertung war am Mittwoch im Gang. Nach Karner sprach sich auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch dafür aus, beteiligten Flüchtlingen notfalls den Asylstatus abzuerkennen.

Nach der Halloween-Nacht, in der Linzer Innenstadt rund 200 Personen randaliert hatten, ist es am Allerheiligenabend erneut zu Ausschreitungen, wenn auch kleinerer Form, gekommen. Laut Polizei warfen Jugendliche am Taubenmarkt Böller auf Passanten. Als die Exekutive eintraf, flüchteten die Randalierer.

Zweite Nacht mit Ausschreitungen

In der Halloween-Nacht wurden letztlich von 130 Personen die Identität festgestellt. Neun Personen wurden festgenommen und wegen des Verdachts der schweren gemeinschaftlichen Gewalt angezeigt. Am Dienstagabend kam es zu 54 Identitätsfeststellungen und vier Anzeigen wegen Verstößen gegen das Pyrotechnikgesetz.

In Linz war am Mittwoch die genaue Auswertung zu den Beteiligten an den Ausschreitungen im Gang. Bei der größten Gruppe mit rund 30 Prozent habe es sich um Syrer gehandelt, hieß es. Die zweitgrößte Gruppe waren Österreicher, teils aber mit Migrationshintergrund.

Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) hat die Einberufung des Landessicherheitsrates bereits für Freitag dieser Woche angekündigt. Dabei wird es um die Sichrheitslage in Oberösterreich und in der Landeshauptstadt gehen. Die Suche nach einem weiteren Termin für einen Sicherheitsgipfel, den Innenminister Karner vom Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) gefordert hat, war mit Hochdruck im Gang. 

Gleichzeitig gab es politische Schuldzuweisungen. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Deutsch forderte nicht nur: "Gegen kriminelle Handlungen ist mit allen Mitteln des Rechtsstaates vorzugehen - und zwar unabhängig von Herkunft und Reisepass der Täter." Er wollte vom Innenminister auch wissen, warum trotz Ankündigung von Gewalt in social-media-Kanälen der Verfassungsschutz nicht eingeschaltet worden sei.

Linzer ÖVP will Taskforce für Jugendliche

Der Linzer Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) sieht auch die Stadt Linz und Bürgermeister Luger unter Zugzwang. "Wir müssen auch seitens der städtischen Sozial- und Integrationspolitik tätig werden. Wir brauchen eine Taskforce, die sich mit dem Problem der Jugendbanden auseinandersetzt und deren Wurzeln erkundet", meinte Hajart in einer Aussendung. Der ÖVP-Stadtchef erinnert daran, dass die Halloweennacht nicht das erste Mal war, dass solche Probleme aufgetreten seine. Auch in Ebelsberg hätten Jugendliche für Probleme gesorgt, als sie ein Polizeiauto anzündeten und auf Polizisten losgegangen seien.

Oberösterreichs Vizelandeshauptmann FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner forderte als Konsequenzen: die Grenzen müssten für illegale Migration dicht gemacht werden. Es dürften in Österreich auch keine Asylanträge mehr angenommen werden, weil Asylwerber zuvor bereits sichere Länder durchreisen würden. Darüber hinaus lehnt Haimbuchner einer "Aufweichung" des Jugendschutzes im Land ab.