Österreichs Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) will eine Beteiligung Österreichs an der Sky-Shield-Initiative, dem geplanten Luftabwehrsystem der europäischen Nato-Länder, ausloten. "Ich möchte heute ansprechen, dass wir dieses auch im Rahmen der Europäischen Union tun sollten", so Tanner am Dienstag vor Beratungen mit ihren EU-Kollegen in Brüssel. Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht sagte: "Österreich ist herzlich willkommen, sich daran zu beteiligen."

Verfassungsrechtlich gebe es durchaus Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit, meinte Tanner in Hinblick auf die Neutralität. Man habe dazu Verfassungsgutachten eingeholt. Österreich habe auch Kooperationen mit Deutschland, das die Initiative für Sky Shield übernommen hat. Schon jetzt arbeite Österreich bei der Pilotenausbildung mit Italien zusammen.

16 Milliarden Euro in
den nächsten vier Jahren

Lambrecht sagte, die Sky Shield-Initiative gehe über die EU hinaus, auch Großbritannien beteilige sich. "Wir haben schon Austausch gehabt, aber werden das selbstverständlich dann intensivieren, wenn die Kollegin offiziell an mich herantritt", sagte sie in Richtung Tanner.

Auf die Frage nach der Finanzierung meinte Tanner: Mit 16 Milliarden Euro in nächsten vier Jahren habe das Heer die höchste Erhöhung erhalten, die es jemals gab. Für eine Beteiligung an Sky Shield wären allerdings zusätzliche Budgetmittel notwendig.

Das technische System des Eurofighters laufe bis 2035. Dies sollte Österreich aber nicht davon abhalten, sich damit zu beschäftigen, was danach passiere. Noch dringlicher sei die Frage der Nachfolge der Hercules-Hubschrauber. Diese muss das Bundesheer 2029 und 2030 ausscheiden.