"Die Arbeits- und Rahmenbedingungen für Elementarpädagogen müssen sich verbessern, um ein Systemversagen zu vermeiden", sagte die oberösterreichische AK-Expertin Sophie Hötzinger im Jänner und schlug Alarm. Im Laufe des Jahres folgten bundesweite Appelle an das Bildungsministerium, Reformen auf den Weg zu bringen, um einen Kollaps des Systems zu verhindern.

Gemeinsam mit den Bundesländern soll laut Bildungsminister Polaschek ein Modellrahmen für die Länder-Regelungen und ein landesweiter Aktionsplan entstehen. - © apa / Roland Schlager
Gemeinsam mit den Bundesländern soll laut Bildungsminister Polaschek ein Modellrahmen für die Länder-Regelungen und ein landesweiter Aktionsplan entstehen. - © apa / Roland Schlager

Am Donnerstag präsentierte Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) nun ein Projekt im Rahmen des EU-Programms "Instrument für technische Unterstützung (TSI)". Gemeinsam mit den Bundesländern, in deren Kompetenz die Elementarpädagogik liegt, soll ein Modellrahmen für die Länder-Regelungen und ein landesweiter Aktionsplan entstehen. Geplant sind Empfehlungen für eine nationale Informations- und eine Imagekampagne für die Arbeit im Kindergarten.

Der Arbeitsplatz Kindergarten soll dadurch attraktiver werden. Das Vorhaben, bei Gruppengrößen oder Personalschlüsseln bundesweite Mindeststandards zu setzen, ist am Widerstand der Bundesländer gescheitert. In einer Vereinbarung mit dem Bund bekennen sich die Länder, "möglichst einheitliche Standards in Qualität und Quantität der elementarpädagogischen Angebote" sicherzustellen. Dafür gibt es vom Bund Geld für das Gratis-Pflichtkindergartenjahr für Fünfjährige, den Ausbau des Angebots und die frühe sprachliche Förderung zur Verfügung. Für die Kindergartenjahre 2022/23 bis 2026/27 bekommen die Länder pro Jahr 200 Millionen Euro.

Junglehrer entlasten

Zusätzlich zu den Elementarpädagogen fordert auch der Dachverband der AHS-Direktorinnen und -Direktoren (ÖDV) Reformen in der Ausbildung von Polaschek. Gerade zu Beginn der Karriere sei das Ausmaß der Belastung der entscheidende Faktor, ob Lehrer im Beruf bleiben. Die Direktoren fordern daher eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung im ersten Dienstjahr. In der Einführungsphase sollen die Junglehrer zudem mehr Betreuung erfahren.