Nun ist es offiziell: Thomas Schmid will Kronzeuge werden. Das berichtet der "Standard" am Dienstag in seiner Online-Ausgabe. Sein Verteidiger Roland Kier, der den Antrag am 28. November eingebracht hat, bestätigt dies auch gegenüber der "Wiener Zeitung". Schmid ist seit Sommer mehrmals von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft einvernommen worden, seit einer Hausdurchsuchung 2019 ist die WKStA in Besitz eines umfassenden Chatarchivs des gut vernetzten Schmid, der langjährige Finanz-Generalsekretär gilt deshalb als zentrale Figur in den Ermittlungen.

In dem Antrag heißt es, dass Schmid neue Tatsachen offenbart habe, darunter Bestechungsvorwürfe gegen Unternehmer René Benko und mehrere Fälle von Geheimnisverrat sowie "weitere bislang noch von der Akteneinsicht ausgenommene Straftaten", wie der "Standard" aus dem Antrag zitiert. Dass die WKStA einen bisher unbekannten Vorwurf ermitteln dürfte, ließ sich aus dem Umstand ableiten, dass sieben Seiten im Akt geschwärzt waren.

In dem Antrag wird angedeutet, dass es weitere potenzielle Kronzeuge geben könnte. Denn laut "Standard", der aus dem Schreiben zitiert, hätten andere Anwälte Schmids Verteidiger im persönlichen Gespräch mitgeteilt, "dass sich bei ihnen aufgrund der momentanen Berichterstattung mehrere potenzielle Kronzeugen gemeldet hätten, die ihr eigenes weiteres Vorgehen von der Entscheidung der Strafverfolgungsbehörden in der Causa Schmid abhängig machen".(sir)