Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) haben zu Weihnachten die Menschen aufgerufen, trotz aller Krisen mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen.  

Zuversicht und Vertrauen könnten die Menschen haben, wenn sie sehen, was in den letzten Monaten und Jahren geleistet wurde, sagte Nehammer in der 50. ORF-Sendung "Licht ins Dunkel". Er erinnerte daran, dass es bei Ausbruch des Krieges in der Ukraine viele Ängste etwa vor Massenarbeitslosigkeit oder einem Gasmangel gegeben habe. Das sei nicht eingetreten, weil die Menschen in der Lage seien, Krisen zu bewältigen. Deshalb sei es sein Wunsch, dass die Menschen die Zuversicht wieder gewinnen.

Der Bundeskanzler gestand zu: "Es ist schwierig und es wird schwierig bleiben." Aber: "Wir können es schaffen", zeigte sich Nehammer zuversichtlich, dass man stärker aus dieser Krise herauskommen werde als man hineingegangen sei. Das seien keine leeren Versprechen, sondern basiere auf Fakten, wenn man sich anschaue, was man alles geschafft habe.

Vizekanzler Kogler: Auch der beste Sozialstaat könne niemals alle Lebenslagen abdecken. 
  
- © APA/ORF/ROMAN ZACH-KIESLING

Vizekanzler Kogler: Auch der beste Sozialstaat könne niemals alle Lebenslagen abdecken.

 

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Bei der Hilfe vorne mit dabei

Auch Kogler verwies auf das bisher Geleistete. Angesicht der Kriegs- und Krisenzeiten rief der Vizekanzler dazu auf, sich darauf zu besinnen, was trotzdem alles gelungen sei. Angesichts des von Russland geführten "bestialischen Angriffskrieges" "können wir nicht neutral sein", sagte Kogler. Er verwies darauf, dass die österreichische Bevölkerung bei der Hilfe vorne mit dabei sei und zigtausende Frauen und Kinder aus der Ukraine aufgenommen habe.

Die von "Licht ins Dunkel" geleistete Hilfe bezeichnete Nehammer als ganz wichtig, weil der Staat nicht alles könne. Österreich habe zwar ein gut ausgebautes Sozialsystem, aber es gebe immer Lücken. Auch Kogler meinte, dass auch der beste Sozialstaat niemals alle Lebenslagen abdecken könne. 

Gegenseitiges Vertrauen

Bundespräsident Van der Bellen sagte, dass einiges getan werden müsse, um das gegenseitige Vertrauen zu stärken. Er schränkte jedoch ein: "Vertrauen ist gut, aber blindes Vertrauen ist nicht gut." Zur Frage, ob Misstrauen in verschiedenen Social Media-Kanälen geschürt werde, wollte Van der Bellen die sozialen Medien nicht generell verteufeln. Sie hätten auch den positiven Aspekt, dass man damit sehr viele Menschen erreichen könne. Im Gegensatz zu Russland, wo man seine Meinung nicht frei äußern könne, müsse man auch sehen, "in welch privilegiertem politischem Milieu wir leben". Das sei nicht selbstverständlich.

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner rief zur Festigung des gesellschaftlichen Zusammenhalts auf. Solidarität mache stark, durch Gemeinsamkeit werde die Gesellschaft stärker und widerstandsfähiger. Die Mitte der Gesellschaft dürfe nicht auseinanderbrechen, deshalb seien Maßnahmen gegen die Teuerung so wichtig, betonte Rendi-Wagner bei "Licht ins Dunkel".

Auch FPÖ-Obmann Herbert Kickl machte den Menschen trotz der Krisen Mut. "Glauben wir an das Gute und Wahre und haben wir Vertrauen in unsere eigene Kraft", sagte Kickl. Er warb für die gemeinsame Begeisterung und den unbeugsamen Willen für die Freiheit, für die Selbstbestimmung. Dieser Wille "schweißt uns fest zusammen - egal ob für uns als einzelne Personen oder für unser Land als Ganzes. Und dieser Kraft kann nichts und niemand erfolgreich Widerstand leisten." 

Der NEOS-Abgeordnete Helmut Brandstätter plädierte für ein Miteinander. Man dürfe nicht gegeneinander agieren sondern müsse die Dinge gemeinsam machen. Das sei angesichts der Bedrohungslage durch den Krieg derzeit vor allem in der Außenpolitik besonders wichtig. Brandstätter trat dafür ein, jenen Menschen zu helfen, die es brauchen. (apa)