Die Zahl der Asylanträge ist im November deutlich gesunken. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Statistik des Innenministeriums hervor. Dennoch lag die Zahl der Anträge auch im vergangenen Monat mit 11.890 auf einem sehr hohen Niveau. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2019 hatten nur 12.886 um Schutz in Österreich angesucht.

Nach wie vor dürfte ein Großteil der Antragsteller aber binnen kurzer Zeit in andere Länder weiterziehen. In der Grundversorgung waren Ende November 92.561 Personen gemeldet, um etwa 1.000 mehr als im Oktober. Bei einem Großteil, nämlich knapp 56.000, handelt es sich um Vertriebene aus der Ukraine. Sie müssen keinen individuellen Asylantrag stellen und sind meistens privat untergebracht.

Die größte Gruppe in der Grundversorgung, neben den Geflüchteten aus der Ukraine, sind syrische Staatsbürger mit rund 17.000 Asylwerbern. Im Verlauf des Jahres ist ihre Zahl auch deutlich um mehr als 5.000 gestiegen, während im November weniger Menschen aus Afghanistan, dem Irak oder dem Iran versorgt wurden. Leichte Steigerungen gab bei Personen aus Somalia, Russland und der Türkei.

Zwist um Schengen-Beitritte

Ein Fünftel aller Asylanträge (21.075) in diesem Jahr stammt von Minderjährigen, wobei knapp 12.500 unbegleitet sind. Der Rest ist entweder mit Verwandten gekommen oder in Österreich geboren worden, da auch Kinder von Geflüchteten einen Asylantrag für das Neugeborene stellen müssen.

Unterdessen geht der Konflikt der Regierungsparteien in der Schengen-Frage weiter. Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) verknüpfte im Interview mit der APA den Beitritt von Rumänien und Bulgarien erneut mit Fortschritten in der Asyl- und Migrationspolitik. Man werde nicht abwarten, bis das gesamte Asylpaket mit allen Rechtsakten beschlossen sei, aber "man muss einen Plan festlegen". Dann könne man wieder über den Beitritt sprechen, so Edtstadler.

Vizekanzler Grünen-Chef Werner Kogler hatte in der "Kleinen Zeitung" gesagt, dass man gemäß der Logik des Innenministers eigentlich Ungarn aus Schengen schmeißen müsse, weil von dort die meisten nicht registrierten Übertritte nach Österreich stattfinden."(apa/sir)