Kaum hat es begonnen, war es auch schon wieder vorbei. Der achte Tag des Terrorprozesses war der bis dato kürzeste Verhandlungstag im Prozess um sechs Männer, die dem Attentäter vom 2. November 2020 bei seinen Vorbereitungen zum Terroranschlag unterstützt haben sollen.

Es wurde ein Zeuge einvernommen, der mit dem Drittangeklagten von September bis November 2020 gemeinsam einen AMS-Kurs besucht hatte. Dort hatte der Zeuge Kontakt mit dem 24-jährigen Angeklagten, der den Attentäter K.F. bestärkt und ihm gefälschte Identitätsdokumente besorgt haben soll.

Die Befragung war nach wenigen Minuten wieder vorbei, beschrieb der Zeuge den Angeklagten doch nur als einen "flüchtig Bekannten". Er habe ihn nur zehn bis 15 Mal gesehen, außerhalb des Kurses gar nicht. "Ich hab immer Spaß mit ihm gemacht und das war's", erklärte der Zeuge. Man habe mit dem Drittangeklagten auch Witze über Religion machen können. Am Tag des Anschlags sei der 24-jährige Angeklagte nicht im AMS-Kurs gewesen, gab der Zeuge an.

Anonymer Zeuge tauchte nicht auf

Der zweite Zeuge des Tages hätte anonym über eine Videoschaltung aus der Slowakei über den versuchten Munitionskauf von K.F. befragt werden sollen. Dafür wurde die Sitzung eine halbe Stunde unterbrochen, um den großen Schwurgerichtssaal im Straflandesgericht Wien vorzubereiten. Die Schaltung funktionierte auch und der Anwalt des anonymen Zeugen wurde auf eine Leinwand projiziert, die aufgestellt wurde.

Erst im Gespräch des Richters, das er unter Beihilfe eines Dolmetschers mit dem slowakischen Anwalt führte, stellte sich heraus, dass der Zeuge gar nicht anwesend war. Er habe sich in der Früh krank gemeldet, da er hohes Fieber habe, erklärte der Anwalt. Der Verhandlungstag musste daraufhin beendet werden. Die Befragung soll nun am Donnerstag, dem 12. Jänner, stattfinden, gemeinsam mit einem zweiten anonymen Zeugen aus der Slowakei, der über den versuchten Munitionskauf von K.F. berichten soll. Ob der Zeuge bis dahin gesund wird, ist allerdings mehr als fraglich. (pak)