Für den niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer ist Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) rücktrittsreif. Sie habe ihren Sessel als Landeshauptfrau 2018 "durch Korruption, Manipulation und Machtmissbrauch erschlichen", sagte der freiheitliche Spitzenkandidat auf einer Pressekonferenz.

Landbauer bezieht sich auf Vorwürfe gegen ORF-NÖ-Landesdirektor Robert Ziegler aus seiner Zeit als Chefredakteur. Vor der Landtagswahl sind E-Mails aufgetaucht, wonach Ziegler 2018 die ÖVP in der NS-Liederbuch-Affäre beraten haben soll. Landbauer war wegen der Causa vorübergehend zurückgetreten. Ziegler soll Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zudem "volle TV-Präsenz" zur Verfügung gestellt haben, berichtete die "Presse".

Laut internen E-Mails von Ziegler an Mitarbeiter dürfte der damalige Chefredakteur den innersten Kreis um Landeshauptfrau Mikl-Leitner 2018 beraten haben, wie sie auf die Vorwürfe gegen Landbauer medial reagieren solle. Zwei Tage vor der Wahl soll Ziegler eine Nachricht an mehrere Mitarbeiter geschickt haben: "Vlt (vielleicht, Anm.) geschieht ja doch was. Der Druck ist jedenfalls wichtig. Lgro." Gemeint sei damit Mikl-Leitners "Druck", am Abend vor der Landtagswahl 2018 sei die Landeshauptfrau im ORF-Radio, in "Niederösterreich heute" und in der "ZiB 1" zu Wort gekommen und hatte erklärt, dass es mit Landbauer "keine Basis für eine Zusammenarbeit" gebe.

Landbauer "überheblich, arrogant und machtgeil"

Landbauer warf der ÖVP-Landesparteiobfrau vor, durch "strukturelle Korruption, eiskalte Manipulation und skrupellosen Machtmissbrauch" zu versuchen, den politischen Mitbewerber "dem Erdboden gleichzumachen". "Wir werden Johanna Mikl-Leitner nicht zur Landeshauptfrau wählen", unterstrich der Freiheitliche. "Der tiefe schwarze Staat zieht sich von der Gemeinde über das Land bis tief hinein in die Regierungsbüros", meinte er weiters. Mikl-Leitner sei "die Drahtzieherin dieses Systems".

Anders sieht das offenbar die FPÖ-Mandatarin Ina Aigner. In einem Video rief sie zur Wahl Mikl-Leitners auf. Landbauer warf sie vor, "überheblich, arrogant und machtgeil" zu sein. Unter seiner Führung sei es nicht möglich, als Abgeordnete etwas zu bewegen, denn andere Meinungen und Ideen würden nicht akzeptiert und schon gar nicht unterstützt. "Hinter diesem System kann und will ich nicht mehr stehen, mit diesem Stil will ich nichts mehr zu tun haben", sagte Aigner im Video. Der FPÖ-Landeschef vermutete als Grund für das Video die Tatsache, dass Aigner "auf der Landtagswahlliste nicht mehr an wählbarer Stelle aufscheint".