"Sprache, Geschichte und Kultur Österreichs sind deutsch. Die überwiegende Mehrheit der Österreicher ist Teil der deutschen Volks-, Sprach- und Kulturgemeinschaft", lautet der Schlüsselsatz im Kapitel "Heimat, Identität und Umwelt". Immerhin als "Bereicherung und integrierter Bestandteil Österreichs" werden aber auch die autochthonen Volksgruppen der Burgenlandkroaten, Slowenen, Ungarn, Tschechen, Slowaken und Roma als historisch ansässige Minderheiten genannt.

Kein "germanischer Freiheitsdrang"


Den im Vorfeld kolportierten "germanischen Freiheitsdrang" findet man im Programm nicht. Die Wurzeln Europas werden woanders gesucht: Österreich sei "Teil des europäischen Kulturraums" und "Europa wurde in entscheidender Weise vom Christentum geprägt, durch das Judentum und andere nichtchristliche Religionsgemeinschaften beeinflusst und erfuhr seine grundlegende Weiterentwicklung durch Humanismus und Aufklärung." Darum bekenne man sich zu den daraus resultierenden Grundwerten "und zu einem europäischen Weltbild, das wir in einem umfassenden Sinn als Kultur-Christentum bezeichnen und das auf der Trennung von Kirche und Staat beruht".

Für die FPÖ ist es daher auch "ein Gebot der Menschlichkeit, den aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen Verfolgten politisches Asyl in unserer Heimat zu gewähren, solange ein Schutzbedürfnis besteht". Allerdings: "Österreich ist kein Einwanderungsland." Wer aber integriert, unbescholten und legal im Land ist, deutsch spricht und die hiesigen Werte und Regeln beachtet, soll laut FPÖ-Programm eingebürgert werden können.

Eine explizite Distanzierung vom Nationalsozialismus findet sich bei der FPÖ nicht, sondern allgemein die Ablehnung von "Fanatismus und Extremismus".

In den übrigen Kapiteln bekennt sich die FPÖ zum Rechts- und Sozialstaat, Familie sei zudem als Gemeinschaft von Mann und Frau mit gemeinsamen Kindern zu sehen.