Kleinere Klassen, mehr Ganztagsangebote und einheitliche Bildungsstandards am Ende der Volksschule und der 8. Schulstufe: Zwischen 80 bis 90 Prozent sind dafür. Das zeigt eine repräsentative Ifes-Studie im Auftrag des Unterrichtsministeriums (2.000 Befragte im Mai 2011). Die Österreicher sehen "nach wie vor einen sehr großen Reformbedarf an unseren Schulen", fasst Ifes die Ergebnisse zusammen.

Knapp 70 Prozent wollen Sitzenbleiben abschaffen
Geringer ist die Zustimmung zum jüngst präsentierten Modell eines Kurssystems in der Oberstufe, das einer Abschaffung des Sitzenbleibens nahe kommt: Laut der Ifes-Umfrage stehen 69 Prozent der Befragten hinter dieser Maßnahme - allerdings war zum Befragungszeitpunkt im Mai noch nicht klar, wie das Modell konkret aussehen soll. Am größten ist die Zustimmung dabei unter den Schülern (82), geringer unter den Eltern (75 Prozent) und Lehrern (73 Prozent).

Schüler, Eltern und Lehrer bei muttersprachlichem Unterricht uneins
Die Frage, ob Kinder aus Migrantenfamilien mehr muttersprachlichen Unterricht erhalten sollen, befürworten zwar nur 42 Prozent, aber unter den Schülern ist der Großteil für eine solche Maßnahme (69 Prozent). Bei den Eltern (48 Prozent) und Lehrern (42 Prozent) sind weit weniger dafür.
Ingesamt wollen die Meisten mehr Deutschförderkurse für Kinder mit Migrationshintergrund (86 Prozent). Auch Kinder mit österreichischen Wurzeln und Sprachdefiziten sollen Kurse besuchen, sagen sogar 92 Prozent.

Knappe Mehrheit für die Gesamtschule
Auch die Zustimmung zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen und damit ein ewiges Streitthema zwischen den Koalitionspartnern abgefragt. Dabei sind die Befürworter (30 Prozent halten die Gesamtschule "grundsätzlich für eine gute Sache") den Gegnern (21 Prozent halten sie "grundsätzlich für eine schlechte Sache") zahlenmäßig etwas überlegen. Die mit 42 Prozent größte Gruppe hält die Gesamtschule "für zumindest überlegenswert". Sieben Prozent haben dazu keine Meinung.