Beim Abschluss einer Reiseversicherung sollten Konsumenten
auf Selbstbehalte sowie auf ausreichende Versicherungssummen achten. Die
Versicherungssumme für medizinische Leistungen sollte mindestens 250.000 Euro
betragen, für Reisen in die USA 500.000 Euro. Wichtig ist, dass auch
mitreisende Angehörige versichert sind und dass bei einem medizinischen Notfall
das Recht auf Rückholung besteht.

 

Was und wer versichert ist, ist von Anbieter zu Anbieter
verschieden. Beim Versicherungsschutz spielt zum Beispiel eine Rolle, ob die
Versicherten den gleichen Wohnsitz haben oder wie lange sie zusammenleben, wie
ein Test der Arbeiterkammer unter 16 Reiseversicherern ergeben hat.

 

Bei Kreditkarten hängen die Leistungen und die Deckung vom
Herausgeber der Karte ab. Oft sind die Leistungen an Bedingungen gekoppelt,
etwa regelmäßige Benutzung der Karte. Meist umfasst der Schutz hier nur den
Karteninhaber, aber nicht mitreisende Familienmitglieder.

 

Damit sich Konsumenten nicht teuer doppelt versichern,
sollte zuerst geprüft werden, inwieweit Risiken einer Reise nicht schon durch
bestehende Versicherungen, Kreditkarten oder Mitgliedschaften abgedeckt sind,
rät Delapina.

 

Spitalsgeschäft floriert

in den Urlaubsländern

 

Die Behandlung von Touristen hat sich in Urlaubsländern wie
Kroatien, Griechenland, der Türkei und Spanien zu einem florierenden Geschäft
entwickelt, so der ÖAMTC. Hotelmitarbeiter und Privatkrankenhäuser stecken
offenbar unter einer Decke: Fragt ein Gast bei der Rezeption um einen Arzt,
wird ein Privatspital empfohlen. "Die Privatkrankenhäuser verlangen
horrende Preise und verrechnen manchmal Leistungen, die sie nie erbracht
haben", sagt Tagunoff. Jede Leistung werde extra verrechnet - zum Beispiel
eine Blutabnahme fünf Mal am Tag. Bei der Aufnahme ins Krankenhaus wird die
Kreditkarte verlangt, erst später zeigt sich, mit welchem Betrag die Karte
belastet wurde.

 

Im Notfall sollte sofort mit der Versicherung Kontakt
aufgenommen werden, Notruf- sowie Polizzennummer gehören daher mit ins
Reisegepäck. Außerdem sollten Beweise wie Arztrechnungen aufgehoben und der
Versicherung in Kopie gegeben werden.

 

In ausländischen Ferienorten liegen oft nur Privatspitäler
in der Nähe, die pro Tag 1000 Euro und mehr verlangen