Heinz-Christian Strache stellte beim Parteitag in Graz den Kanzleranspruch. - © apa/Techt
Heinz-Christian Strache stellte beim Parteitag in Graz den Kanzleranspruch. - © apa/Techt

519 von 550 Delegierten stimmten für Strache, 31 Stimmen waren ungültig. Strache beginnt damit seine vierte Amtszeit als Chef der Freiheitlichen. 2009 war er in Linz mit 97,23 Prozent gewählt worden.

Norbert Hofer, Harald Stefan, Barbara Rosenkranz, Johann Gudenus und Manfred Haimbuchner wurden zu Straches Stellvertreter gewählt. Die beiden Letztgenannten sind neu in der Parteispitze. Sie ersetzen Lutz Weinzinger und Gerald Hauser. Die Kür der Stellvertreter-Riege erfolgte einstimmig.

Das neue beschlossene Parteiprogramm, laut Strache eine "Liebeserklärung" an die Bevölkerung ist vor allem wieder eines: "deutsch". Nach zehn Leitsätzen, die "zehn freiheitlichen Gebote", bekennt sich die FPÖ wieder zur "deutschen Volks-, Sprach- und Kulturgemeinschaft". Dieser Passus war unter Jörg Haider gestrichen worden. Im neuen Parteiprogramm werden aber auch die Volksgruppen wie Slowenen, Kroaten und Roma anerkannt, klar wird aber auch gemacht, dass Österreich kein Einwanderungsland sei. Und eine Familie ist eine Gemeinschaft von Mann und Frau mit gemeinsamen Kindern.

"Will FPÖ zu stärkster Kraft machen"

Die FPÖ stehe heute an einem historischen Wendepunkt, erklärte Strache davor in seiner Rede am Parteitag. In den Umfragen liege die FPÖ schon bei 27 bis 29 Prozent und kratze zum Teil an der 30-Prozent-Marke, in manchen sei sie schon an erster Stelle, zum ersten Mal in ihrer Parteigeschichte. "Und ja, ich will unsere FPÖ zur stärksten Kraft führen", so Strache. Man sei auf dem Sprung zur Großpartei, zur bedeutendsten gestaltenden Kraft Österreichs.

Naturgemäß sparte Strache auch nicht mit Kritik an der Regierung, im Speziellen an Bundeskanzler Werner Faymann. Dessen Engagement für Österreich im Kampf gegen die Bevormundung durch die EU sei genauso hoch, wie seine Stimme sonor und tief sei, meinte Strache. Faymann sei nur ein Fossil der Wiener SPÖ, ein Apparatschik durch und durch. "Ein besonders ausgeprägtes Exemplar von der Sorte der rot-schwarzen Proporzpolitiker, die glauben, dass dieses Land ihr Eigentum ist und man sich nur zu bedienen braucht und die Politik in allererster Linie dadurch definieren, dass eigene Macht- und Einflusssphären gesichert werden."

Ein Regierungschef müsse aus anderem Holz geschnitzt sein und dürfe kein Umfaller sein, betonte Strache. "Der muss wissen, dass ihm das rot-weiß-rote Hemd näher ist als die Brüsseler-Zwangsjacke. Und er muss die Gabe haben, die Menschen begeistern zu können und sie mitzunehmen in dieses Projekt einer besseren Zukunft und darf sie nicht nur vor der Wahl kennen, wie der Herr Faymann das tut."