Allerdings dürfte die bisherige Chefetage der Akademie nicht über diese de-facto-Neugründung informiert worden sein. Das meint zumindest Geschäftsführer Robert Stelzl: "Das Institut wurde offenbar schon vor Wochen gegründet, wir haben davon nichts gewusst", sagt er zur "Wiener Zeitung". Noch vor kurzem habe man gemeinsam mit der Parteiführung über eine Statutenänderung diskutiert - dabei sei kein Wort über eine Nachfolgeorganisation gefallen.

Kickl: Länder einbinden


Auf die Statuten beruft sich auch Generalsekretär Herbert Kickl, der neben dem Wiener Klubobmann Eduard Schock und Parteichef Heinz-Christian Strache an der Neugründung beteiligt war. Man habe die Länderorganisationen in die Akademie-Führung einbinden wollen - die alten Statuten zu ändern, wäre zu aufwändig gewesen. "Das war ein Akt der Vernunft, der nicht geheim gehalten wurde."

Der bisherige Präsident, Ewald Stadler, soll nun von Volksanwalt Hilmar Kabas beerbt werden. "Wir haben Stadler die Funktion angetragen, aber er hat das Angebot ausgeschlagen", so Kickl. Er weist Gerüchte, wonach Strache mit der Neugründung Stadler demontieren wollte, zurück.

Stadler meinte, er sei nicht über die Vorgänge informiert worden und daher auch nicht bereit, das Präsidentenamt zu übernehmen. Schon 1999 sei er von Jörg Haider nach Niederösterreich entsorgt worden. Auch für Stelzl ist die Vorgangsweise "irgendwie seltsam". Nach dem Grund gefragt, sagt er: "Vielleicht mangelnder Schneefall, ich weiß es nicht."

Generalsekretär Karlheinz Klement hat seinen Rücktritt erklärt. Dass dieser Schritt mit den parteiinternen Problemen zu tun haben könnte, bestritt der Kärntner Parteichef.