Wie das "profil" am Montag berichtete, soll Schüssel 2003 auf Einladung der Gewerkschaftsbank im Privatjet nach Sofia gereist sein. Gastgeber seien unter anderem Helmut Elsner und Ex-ÖVP-Obmann Josef Taus gewesen. Die offizielle Begründung für den Ausflug: Schüssel habe Bösendorfer-Klaviere übergeben.

Das will SPÖ-Klubchef Josef Cap nicht glauben: Man habe in Sofia den Gewinn von 400 bis 700 Millionen Euro gefeiert, der durch den Verkauf einer Beteiligung am bulgarischen Mobilfunkanbieter MobilTel an die Telekom Austria Tochter Mobilkom lukriert worden sei. In den Deal sei unter anderen Taus verwickelt gewesen. Kräuter fordert Schüssels Stellungnahme zur Eurofighter-Finanzierung vor dem Rechnungshof-Unterausschuss, Cap will Einladungen ranghoher Politiker prüfen lassen.

Empört reagierte die ÖVP: Kräuters "Rundumschlag" beweise, "dass der ÖGB-Bawag-Sumpf die SPÖ immer weiter nach unten ziehe", so ÖAAB-Generalsekretär Werner Amon. Auch Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl sieht an der Reise "nichts Anrüchiges".

Unterdessen hat Taus selbst Klagen gegen mehrere Medien angekündigt - wegen deren Berichterstattung über ihn im Zusammenhang mit der Bawag-Affäre.