Broukal dokumentiere die Offenheit der SPÖ, betonte Parteichef Alfred Gusenbauer - mit seiner Kompetenz, Ausstrahlungskraft und Persönlichkeit stehe er "für Modern Times in Österreich".

Der ORF-Anchorman ist ein Heimkehrer - 1985 hatte er sich wegen der Affäre Frischenschlager-Reder von der SPÖ getrennt. Es sei nun die Partei des Alfred Gusenbauer, die "für Menschen wie Petritsch und mich interessant ist, weil sie eine Zukunftsperspektive bildet, die Österreich nach diesen zwei verlorenen Jahren braucht", so Broukal. Sein neues altes Arbeitsgebiet: Forschung, Wissenschaft, Unis.

Mit seiner angestrebten "intelektuellen Hausmacht" sei bei einer Regierungsbeteiligung der SPÖ auch der Weg in ein Ministeramt denkbar.

Mit der FPÖ und Jörg Haider hat der "couragierte Citoyen", wie ihn Gusenbauer bezeichnete, schon so manche Sträusse gefochten. Broukal hatte auch einige gerichtliche Auseinandersetzungen mit Freiheitlichen, sie hätten alle mit Vergleichen geendet.

Und so ist es auch die FPÖ, die sich indessen auf den Quereinsteiger einschießt. "Endlich ist er dort, wo er hingehört", kommentierte FPÖ-Generalsekretär Karl Schweitzer Broukals Neueinstieg in die Politik. Ob ihn seine Tätigkeit als TV-Moderator "für ein hohes politisches Amt befähigt, wird sich noch herausstellen", erklärte ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat. Und weiter: Auch prominenten Köpfe "können nicht das fehlende Programm der SPÖ ersetzen".

Hingegen beweise für Gusenbauer seine KandidatInnenliste, dass "wir nicht nur das bessere Programm, sondern auch das bessere personelle Angebot haben". Auf seinen besonderen Wunsch wurden auch Christoph Matznetter, der als Kassier die finanzielle Sanierung der SPÖ durchgeführt habe, der burgenländische SPÖ-Klubobmann Norbert Darabos, Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer, die Ärztin Sabine Oberhauser und die ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz auf aussichtsreiche Plätze gereiht.

Die vollständige, streng dem Reißverschlussprinzip folgende Bundesliste wollte die SPÖ Dienstag Nachmittag im Anschluss an ihre Parteivorstandssitzung bekanntgeben. 50 Prozent der Mandate würden an Frauen gehen, wie Parteivorsitzender Gusenbauer im Vorfeld ankündigte.