"Aus der Erfahrung weiß man, dass die Güte der Truppen einzig und allein in dem Werte ihrer Offiziere besteht." Friedrich der Große (1712 - 1786) wusste, wovon er sprach - er verfügte über genug einschlägige Erfahrung. Kriege wurden in jener Zeit um begrenzte Ziele mit begrenzten Mitteln geführt. Denn der Sieg um jeden Preis lag nicht mehr - und nicht schon wieder - im Interesse der Politik. Napoleon wird der Satz zugeschrieben, er brauche keine Generäle mit Talent, sondern mit Glück. Die Kriege seiner Zeit kosteten Europa 2,880.000 allein an militärischen Opfern.

Aber die Fürsten Europas wollten durch ihre Kriege, vorausgesetzt sie siegten, vor allem reicher und nicht ärmer werden. Strategie und Taktik gewannen die Oberhand über tollkühne, aber riskante Manöver. Dies verlangte den Heerführern und Offizieren neue Qualifikationen ab.

Begrenztes Risiko verlangt nach Qualifikation

Also gründete Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) mit Entschließung vom 14. Dezember 1751 eine Militärakademie. Dass diese heute ihren Namen trägt, verdankt sie Kaiser Franz Josef: 1894 verlieh er der Akademie in Erinnerung an die Stifterin den Titel "Theresianische Militärakademie".

Zum Auftakt des Lehrbetriebs im November 1752 rückten rund 200 Kadetten - in erster Linie Aristokraten- und Offizierssprösslinge - in die ehemalige Babenberger Burg in Wr. Neustadt ein, die von nun an bis 1918 die zentrale Ausbildungsstätte für kaiserlicher Offiziere bleiben sollte. In den vergangenen 250 Jahren hat die MilAk mehr als 15.700 Offiziere ausgemustert.

Ihr erster Kommandant war Leopold Josef Graf Daun (1705-1766). Möglich, dass ihn Friedrich II. im Sinne hatte, als er vom Wert der Offiziere sprach. Schließlich behielt Daun im Siebenjährigen Krieg die Oberhand über den ehrgeizigen Nachbarn. Sein kühl kalkulierender Kriegsstil trug ihm in Anlehnung an ein römisches Vorbild den Beinamen "Zauderer" ein. Unter Daun lag der Ausbildungsschwerpunkt auf den Fächern Exerzieren, Fechten, Reiten, Befestigungslehre, Arithmetik, Geographie und Fremdsprachen.

Die Ausbildungszeit wurde im Laufe der Zeit ständig reduziert: Betrug sie zu Anfang noch 11 Jahre, wurde sie bei einem Eintrittsalter von 10-12 Jahren 1806 auf 8 Jahre verkürzt, 1852 auf 4 Jahre und 1874 auf 3 Jahre. Im langjährigen Schnitt absolvierten rund 400 Zöglinge die Akademie jährlich, wobei jedoch während des Ersten Weltkrieges gleich mehrere Ausmusterungen im Jahre erfolgten. Der Bedarf an Offizieren war eben hoch.