Klagenfurt. Nach seiner erstinstanzlichen Verurteilung wegen Geschenkannahme verteidigt sich der Kärntner Landeshauptmann-Stellvertreter Uwe Scheuch nun auch mit einem Schreiben an sämtliche Kärntner Haushalte gegen das aus seiner Sicht "vollkommen überzogene und parteipolitisch motivierte Fehlurteil". Scheuch war in der Vorwoche nicht rechtskräftig zu 18 Monaten Haft (davon sechs unbedingt) verurteilt worden. Seither wurden die Kärntner Freiheitlichen (FPK) nicht müde, das Urteil zu kritisieren - nun also auch per Flugblatt. Scheuch bezeichnet sich darin als Opfer der "linken Jagdgesellschaft": "Während Betrüger, Kinderschänder, kriminelle Asylwerber und viele mehr frei und unbehelligt von einer unfähigen Justiz in unserem Land herumlaufen dürfen, versucht man mit mir einen medialen Schauprozess zu inszenieren."

Die Kosten für die Aktion trägt die FPK, obwohl Scheuch sich als Landeshauptmann-Stellvertreter (samt Landeswappen) und nicht als FPK-Chef an die Kärntner wendet.

Internet-Aktion


Eine Aktion gegen den
Landespolitiker hat ein Kärntner Unternehmer im Internet gestartet. Unter www.muss-scheuch-gehen.at
kann man abstimmen, ob man für oder gegen einen Rücktritt des Landeshauptmann-Stellvertreters ist - was bis Dienstagnachmittag mehr als 4500 getan haben. Das Ergebnis soll am 15. August bekannt gegeben werden. Der Unternehmer Franz Miklautz versteht seine Aktion als "zivilen Widerstand": Scheuch müsse gehen, "weil Politik sonst der Wucherung preisgegeben wird".