Wien.

(iw/pech) Wenn Männer in Karenz gehen, reagiert das gesellschaftliche Umfeld noch immer eher skeptisch. Und dabei sind Schlagwörter wie Work-Life-Balance und familienfreundlicher Betrieb sowohl bei Groß- als auch bei Kleinunternehmen zu finden.

"Wir arbeiten, um zu leben" - nach diesem Credo lebt der Dienstleistungsbetrieb für Finanzen und IT "Count it", der 80 Mitarbeiter umfasst - 60 Frauen und 20 Männer. Das Unternehmen wählte einen radikal anderen Denkansatz in der Arbeitswelt: "Wir glauben, dass Teilzeitarbeit bessere Arbeitsleistung und mehr Freude bringt", sagt Peter Berner, einer der Geschäftsführer. In der oberösterreichischen Firma arbeiten zwei Drittel der Mitarbeiter - Männer und Frauen - in Teilzeit. Arbeitszeitformen, die auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind, seien die Zukunft, glaubt Berner. Das ermöglicht auch Frauen mit Kindern, an die Spitze zu kommen. Die Führungsebene von "Count it" besteht aus drei Männern und drei Frauen.

Bei IBM Österreich sind es derzeit zehn Männer, die zwischen drei und vier Monaten in Karenz gehen- gleichzeitig sind 43 Frauen in Babykarenz. Vor sieben Jahren gab es bei IBM Österreich den ersten Mann in Karenz. Aber es gebe eine permanente Steigerung.

Papa-Monat soll


Männer ins Boot holen


Noch bis 2010 lag der Prozentsatz der Männer, die Kindergeld bezogen haben, bei zwei Prozent. Seit der Einführung der Kurzvariante (zwölf plus zwei Monate) bleiben immer mehr Männer zumindest zwei Monate bei ihrem Baby, der neueste Stand liegt bei 4,7 Prozent. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek drängt daher darauf, dass der Papa-Monat, den öffentlich Bedienstete bereits haben, auch in der Privatwirtschaft umgesetzt wird. Nur so könne es gelingen, mehr Männer ins Boot zu holen.