Wien. (zaw/apa) Die politischen Implikationen der Telekom-Affäre - mögliche Schmiergeldzahlungen an Politiker etwa - wird demnächst ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss prüfen. Als die Affäre im Sommer hochkochte, hat aber auch ÖIAG-Chef Markus Beyrer - Vertreter des größten Aktionärs und Aufsichtsratschef der Telekom - volle Aufklärung und die Einsetzung einer Taskforce gefordert. Das war am 2. September. Seither hat sich allerdings wenig getan.

Nicht nur das Trikot der Altacher ist gelb, sondern auch ihr Sponsor. - © ANDREAS PESSENLEHNER
Nicht nur das Trikot der Altacher ist gelb, sondern auch ihr Sponsor. - © ANDREAS PESSENLEHNER

Zwar hat sich die Taskforce konstituiert, allerdings wurde bisher weder ein Wirtschaftsprüfer, noch ein Compliance-Experte noch ein Rechtsanwalt für Schadenersatzansprüche bestellt. In der ÖIAG beruhigt man: "Alles läuft nach Plan." Die Taskforce habe sich konstituiert und arbeite "mit Hochdruck", hieß es zur "Wiener Zeitung". Das Expertenteam sei nominiert, mit Ergebnissen sei bald zu rechnen. Allerdings will man sich mit einer Präzisierung von "bald" keinen Druck machen.

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Zu untersuchen gibt es freilich einiges, etwa die Zahlungen an Lobbyist Peter Hochegger durch die Telekom und an ehemalige Spitzenpolitiker durch Hochegger. Dazu wurde der Lobbyist am Montag elf Stunden lang von der Wiener Staatsanwaltschaft einvernommen. Über Inhalte hüllten sich die Ermittler allerdings in Schweigen.

Im Zuge der Telekom-Affäre wurde auch bekannt, dass das teilstaatliche Unternehmen auf Vermittlung von Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP) einen oberösterreichischen Fußballklub sponsert. Dies dürfte allerdings nicht der einzige derartige Fall sein. So wurde nun bekannt, dass die Post den Vorarlberger Verein SCR Altach unterstützt. Aufsichtsratspräsident der Altacher, die in dieser Saison um den Aufstieg in die Bundesliga spielen, ist ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf.