Wien. (kats) Die Rektoren wählen am Montag den Nachfolger von Hans Sünkel als Präsident der Universitätenkonferenz (Uniko). Sünkel hat nach zwei Amtsperioden den Rektorsposten der TU Graz zur Disposition gestellt und damit auch die Führung der Uniko. Die Amtszeit des nächsten Präsidenten läuft bis Ende 2013.

Als Favorit für den Posten gilt der Rektor der Universität Salzburg, Heinrich Schmidinger, der seine Kandidatur am Freitag gegenüber der "Wiener Zeitung" bestätigte. "Ich rechne mir gute Chancen aus, sonst würde ich mich nicht bewerben", sagte er. Als dringendste Aufgabe des neuen Präsidenten sieht er "die Wiederherstellung eines sachlichen und konstruktiven Gesprächsklimas" zwischen Unis und Politik, sagte der Theologe, der seit zehn Jahren die Uni Salzburg leitet.

Dem Vernehmen nach soll der neue Uniko-Chef von einer Volluniversität stammen, daher werden dem zweiten Bewerber, Gerald Bast, eher Außenseiter-Chancen zugestanden. Für den langjährigen Rektor der Wiener Angewandten und Vizepräsidenten der Uniko ist dies aber ohnehin kein Auswahlkriterium. Viel mehr sei die Eignung für die Uniko-Spitze eine Frage der Persönlichkeit und des Engagements - und beides bringe er mit, so Bast zur "Wiener Zeitung". Interesse an dem Job hat auch Wolfgang Schütz, Rektor der Wiener Medizin-Universität (MUW). Er hält es aber für besser, den Rektor einer Volluni zum Präsidenten zu küren. Zudem leide die MUW wegen der Quotenregelung nicht so stark unter den aktuellen Zuständen wie die anderen - Schütz hält Schmidinger daher für den "idealen Kandidaten".

Ganz sicher nicht mehr antreten wird WU-Rektor Christoph Badelt, es läuft also alles auf ein Rennen zwischen Schmidinger und Bast hinaus. Eine Premiere wird bei der Wahl übrigens ein - verglichen mit früheren Zeiten - hoher Frauenanteil sein: Vier der 21 Rektoren sind weiblich.