Belgrad. Vier Westbalkanstaaten - Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro - haben sich bei einem Außenministertreffen in Belgrad verpflichtet, gemeinsam nach Lösungen für die nach den Kriegen der 1990er Jahre in der Region weiterhin lebenden Flüchtlinge zu suchen. Dem serbischen Außenminister Vuk Jremic zufolge soll durch das nun ausgearbeitete regionale Programm eine Bleibe für 27.000 Flüchtlingshaushalte gefunden werden.

Die noch bestehenden Flüchtlingslager sollen laut Jeremic innerhalb von fünf Jahren geschlossen werden. Die notwendigen Finanzmittel - etwa 500 Millionen Euro - sollen bei einer für das kommende Jahr geplanten internationalen Geberkonferenz gefunden werden.

"Historischer Tag"

Die vier Westbalkanstaaten hätten großen Mut an den Tag gelegt, mit dem Entschluss die Flüchtlingsprobleme durch ein regionales Programm zu lösen, meinte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR), Antonio Guterres. EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle sprach von einem "historischen Tag von politischer Bedeutung für die Region". Die Rückkehr der Flüchtlinge in ihre früheren Heime habe in den vergangenen Jahren eine der empfindlichsten Fragen in der Region dargestellt, stellte Füle fest, der ebenfalls dem Treffen der vier Außenminister in Belgrad beiwohnte.

Die Flüchtlingszahl im Westbalkan wird derzeit weiterhin auf 200.000 geschätzt. Nach Angaben der UNHCR gehört der Westbalkan zu einer der fünf Regionen in der Welt, in dem die anhaltende Flüchtlingskrise mit Vorrang gelöst werden soll.