Der Kanzler ist in Sachen Heer mehr gefordert. - © unbegrenzt verfŸgbar / ROBERT JAEGER
Der Kanzler ist in Sachen Heer mehr gefordert. - © unbegrenzt verfŸgbar / ROBERT JAEGER

Wien. (zaw) Mehr Engagement der Regierungsspitze, vor allem von Bundeskanzler Werner Faymann, fordert der Milizverband in Sachen Bundesheerreform. "Das ist nicht nur eine Frage des Ministers, sondern eine Chefsache, sagte Verbandspräsident Manfred Grubauer am Donnerstag vor Journalisten. Er würde sich daher "wünschen, dass sich Faymann mehr einbringt, denn die Landesverteidigung ist zu wichtig, um sie einem Minister alleine zu überlassen".

Dabei machte Grubauer ebenso wie der frühere SPÖ-Milizsprecher Friedrich Klocker deutlich, dass die Reform keineswegs in Richtung Berufsheer gehen soll. "Die allgemeine Wehrpflicht ist eine kulturpolitische Leistung einer Gesellschaft, die nicht hoch genug geschätzt werden kann", so Klocker. Während außerdem die Kosten klar gegen ein Berufsheer sprächen, sei bisher "nicht wirklich dargelegt worden", wo ein Berufsheer mehr Professionalität bringe als das bisherige Pflichtheer. Außerdem könne der flächendeckende Katastrophenschutz dann nicht mehr gewährleistet werden.

Auch wenn die Milizvertreter schwere Kritik an Verteidigungsminister Norbert Darabos übten, wollten sie sich den Rücktrittsaufforderungen, die seit der Niederlage des Ministers in der Causa Entacher laut wurden, nicht anschließen. Aber sie fordern "notwendige Reformen" ein, vor allem im Bereich der Ausbildung der Soldaten. Dort hat nach Meinung Grubauers der Drill-Sergeant ausgedient. An seine Stelle müsse viel mehr der militärische Lehrer treten. Außerdem wünscht sich Grubauer einen "Konnex mit der Wirtschaft". Die Soldaten sollten beim Heer etwas lernen, was sie auch im Beruf brauchen.

Der Milizverband, der dieser Tage sein 30-jähriges Bestehen feiert, vertritt rund 12.000 Milizsoldaten. Im Gegensatz zur "Bundesvereinigung der Milizverbände" tritt er kaum öffentlich auf, sondern versteht sich als Serviceorganisation.