Wien.

Sieben Parteichefs und ein Urgestein: Die erste Klubobfrau der Grünen, Freda Meissner-Blau (Parteivorsitzende von 1986-1988), mit der aktuellen Eva Glawischnig (seit 2008), dahinter Peter Pilz (1992-1994), Madeleine Petrovic (1994-1995), Johannes Voggenhuber (1988-1992), in der letzten Reihe Andreas Wabl, ein Grüner der ersten Stunde und 1986 einer von acht grünen Nationalratsabgeordneten, neben Christoph Chorherr (1995-1997) und Alexander Van der Bellen (1997-2008). - © ROBERT JAEGER
Sieben Parteichefs und ein Urgestein: Die erste Klubobfrau der Grünen, Freda Meissner-Blau (Parteivorsitzende von 1986-1988), mit der aktuellen Eva Glawischnig (seit 2008), dahinter Peter Pilz (1992-1994), Madeleine Petrovic (1994-1995), Johannes Voggenhuber (1988-1992), in der letzten Reihe Andreas Wabl, ein Grüner der ersten Stunde und 1986 einer von acht grünen Nationalratsabgeordneten, neben Christoph Chorherr (1995-1997) und Alexander Van der Bellen (1997-2008). - © ROBERT JAEGER
Mit einem Festakt im Parlament haben die Grünen am Mittwoch den 25. Jahrestag jener Nationalratswahl begangen, bei der sie erstmals den Einzug in den Nationalrat geschafft hatten. Von Anfang an seien die Grünen für Kontroll- und Aufklärungsarbeit, inhaltliche Opposition und Verbundenheit mit der Zivilgesellschaft gestanden, so Bundessprecherin Eva Glawischnig. Neu hinzugekommen sei das grüne Regieren auf Gemeinde- und Länderebene, und zwar mit sauberen Händen, wie sie betonte.

"Die Grünen sind angekommen als historische Tatsache, das ist nicht wegzuleugnen", bestätigte Freda Meissner-Blau, erste Parteichefin der 1986 aus der Fusion der konservativen Vereinten Grünen Österreichs mit der progressiveren Alternativen Liste Österreichs entstandenen "Grünen Alteranative". Allerdings sah sie auch Anlass zur Kritik, viele Potenziale seien nicht genutzt worden.

"Maximal acht Jahre"


Peter Pilz erinnerte an seine Aussage von 1996, maximal acht Jahre lang in der Politik bleiben zu wollen - er ist noch immer im Nationalrat. Für seine Partei sah er "alle Chancen dieser Welt" - etwa jene, die ÖVP bei der nächsten Nationalratswahl zu überholen. Johannes Voggenhuber, vor zwei Jahren im Unfrieden von der Partei geschieden, erklärte nicht ohne Sarkasmus, dass die Grünen in den 25 Jahren nicht nur ihre Kinderkrankheiten, sondern auch ihre Eltern loswerden mussten.

Dass die Grünen gerne über das Kaputtgeschriebenwerden in den Medien klagen, thematisierte Glawischnigs Vorgänger Alexander Van der Bellen. Er führe dies auf das große Wohlwollen und die Enttäuschung darüber zurück, dass es die Grünen noch nicht zur Mehrheitspartei geschafft hätten. Außerdem hätten ihm die Journalisten wohl ihre Distanz beweisen müssen.