Wien. Hohe Lawinengefahr, Straßen- und Bahnsperren, neuerliche Schneefälle und von der Umwelt abgeschnittene Orte: Das Schneechaos in Westösterreich hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach einer weiteren Nacht mit intensiven Schneefällen war Montagfrüh Vorarlberg vom Rest Österreichs abgeschnitten. Nach der Beseitigung der auf die Arlberg-Schnellstraße (S16) gestürzten Bäume konnte die Straße kurz vor 12 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Schneefall hat auch in Tirol weiterhin für Probleme gesorgt. In weiten Teilen des Landes erreichte die Lawinengefahr den Wert "4" auf der fünfteiligen Skala. Immer wieder sorgten umgeknickte Bäume für Behinderungen oder gekappte Stromleitungen. In den Morgenstunden waren rund 10.000 Tiroler Haushalte ohne Strom. Es gab Straßensperren, auch Bahnverbindungen waren unterbrochen. Die Suche nach einem seit Samstag im Skigebiet Axamer Lizum im Tiroler Bezirk Innsbruck-Land vermissten 15-Jährigen wurde wieder aufgenommen. In Salzburg waren die Straßensperren im Pinzgau am Montagnachmittag weiterhin aufrecht. Zu Problemen kam es auch bei der Stromversorgung

Schnee weggewirbelt

In Vorarlberg hatten Bundesheer-Hubschrauber den Schnee von den umgedrückten Bäumen auf der Arlberg-Schnellstraße aufgewirbelt, im Anschluss war die Räumung möglich. Dadurch war die Zufahrt zum Arlbergtunnel wieder gewährleistet. Eine erste Entwarnung gab es auch im Montafon. Nach der Absprengung von Lawinen war die Silvrettastraße (L188) nach 11 Uhr wieder befahrbar. Damit war das Hochmontafon - die Ortschaften St. Gallenkirch, Gaschurn und Partenen - wieder zugänglich. Im "Ländle" waren am Montagnachmittag schließlich noch die Arlberg-Orte Lech, Zürs und Klösterle sowie Gargellen von der Umwelt abgeschnitten. Laut Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel habe es zu dieser Jahreszeit seit 30 Jahren nicht mehr so viel Schnee gegeben.

In den nächsten Tagen soll sich die Lage im Westen verbessern und sogar die Sonne zu Vorschein kommen. Am Wochenende wird erneut Schneefall erwartet.