Wien.

Die Zahl der Kirchenaustritte ist 2011 zurückgegangen. - © APAweb / Robert Jäger
Die Zahl der Kirchenaustritte ist 2011 zurückgegangen. - © APAweb / Robert Jäger
Die Zahl der Kirchenaustritte in Österreich ist wieder zurückgegangen. Insgesamt 58.603 Personen haben 2011 die römisch-katholische Kirche verlassen, berichtete die "Kathpress" am Dienstag. Das bedeutet einen Rückgang um knapp 32 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor, als 85.960 Personen der Kirche den Rücken gekehrt hatten. Damals sorgte vor allem das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im kirchlichen Bereich für einen historischen Höchststand an Austritten seit 1945.

Trotz des nach wie vor hohen Niveaus an Austritten ist die Zahl der Katholiken in Österreich im Jahr 2011 im Großen und Ganzen stabil geblieben. Insgesamt gab es mit Stichtag 31. Dezember 2011 5,41 Millionen Kirchenmitglieder, 2010 waren es noch 5,45 Millionen, was laut "Kathpress" einen Rückgang von rund 0,86 Prozent bedeutet. Neu oder wieder in die Kirche aufgenommen wurden im vergangenen Jahr 4343 Personen (2010: 4608).

Geringste Veränderung in Salzburg
Die Erzdiözese Salzburg hat bei den Kirchenaustritten die geringste Veränderung zum Positiven zu verbuchen. Hier sank die Zahl der Austritte im vergangenen Jahr um lediglich 14 Prozent, geht aus den am Dienstag durch die "Kathpress" veröffentlichten Zahlen hervor. Mit 36 Prozent den größten Rückgang gab es in der Diözese St. Pölten. In absoluten Zahlen die meisten Austritte hat naturgemäß die große Erzdiözese Wien zu verbuchen.

Insgesamt traten in der Erzdiözese Wien im vergangenen Jahr 16.941 Personen aus der römisch-katholischen Kirche aus, was einen Rückgang von 33 Prozent bedeutet. Das klingt viel, allerdings ist damit die Zahl der Austritte im österreichweiten Vergleich im Österreich-Schnitt von rund 32 Prozent. Insgesamt gibt es in der Erzdiözese Wien, die auch weite Teile Niederösterreichs umfasst, rund 1,27 Millionen Katholiken. 988 Neu- und Wiedereintritte wurden im vergangenen Jahr vorläufig verzeichnet.

Mit 34 Prozent noch höher als in Wien ist der Rückgang bei den Austritten in der Diözese Linz. Dort hatte man vor zwei Jahren noch mit etlichen Austritten aufgrund der - letztlich verhinderten - Bestellung des erzkonservativen Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof zu kämpfen. Im Jahr 2011 traten 9249 Personen aus der Kirche aus, 734 Personen traten wieder oder neu in die Kirche ein. 78 Personen widerriefen ihren Austritt.

Ein Minus von 30 Prozent bei den Austritten gab es in der Diözese Graz-Seckau, wo die Amtszeit von Bischof Egon Kapellari gerade erst verlängert worden war. 10.516 Personen traten 2011 aus der Kirche aus, 1176 wieder oder neu ein. 167 Personen widerriefen den Austritt.