Graz. Das Land Steiermark muss sparen. Und hat angekündigt, die Zahl der Kleinstschulen im Volksschulbereich stark zu reduzieren. So wird es bereits mit dem kommenden Schuljahr 31 der bisher insgesamt 48 einklassigen Volksschulen nicht mehr geben. 2013 sollen weitere fünf Standorte geschlossen werden, teilten Landeshauptmann Franz Voves und sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer am Dienstag anlässlich einer Präsentation zum "Regionalen Bildungsplan" mit.

Von der "Optimierung" betroffen sind demnach all jene Kleinstschulen, die von weniger als 20 Schülern besucht werden. Insgesamt müssen im kommenden Jahr 462 Schüler die Schule wechseln, "das sind 1,1 Prozent der Gesamtschülerzahl", erklärte Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann. "Wir haben das Thema vorgezogen, um möglichst früh allen Betroffenen Klarheit zu geben." Die Befürchtung, dass mit den Auflassungen auch Dutzende Lehrer ihren Job verlieren könnten, bestätigte Grossmann nicht. So gingen mit der Schließung der Standorte die Dienstposten nicht verloren, da diese ohnehin an die Schülerzahlen gebunden seien. Die durch die Schließungen frei werdenden "rund 1000 zusätzlichen Lehrerstunden pro Woche" sollen für zusätzliche schulische Förderungsmaßnahmen eingesetzt werden, erklärte die Landesrätin.

Hauptschulen betroffen


Aber nicht nur Volksschulen sind von dem Regierungsbeschluss betroffen. So sollen bis 2014 mindestens zwei Hauptschulen sowie drei polytechnische Klassen mit insgesamt 95 Schülern geschlossen werden. 12 Volksschulen und vier Hauptschulen stehen "unter Beobachtung".

Die Auswahl der Standorte erfolgte aufgrund von Expertenmeinungen. Darin wurden neben der Mindestgröße (20 Schüler) auch die Frage der Schulwegzumutbarkeit (30 Minuten Fahrzeit), die Geburtenentwicklung, die baulichen Zustände sowie die Kapazitäten der Nachbarschulen berücksichtigt, hieß es.