Wien. (ski) In der Hochschulpolitik gelte es zuerst, die vorhandenen Kapazitäten einzuschätzen, sich dann Ziele zu setzen und anzustreben und schließlich die mögliche Ernte zu berechnen. In Anlehnung an Immanuel Kants "Kritik der reinen Vernunft" appellierte Heinrich Schmidinger, Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz (Uniko), beim Neujahrsempfang seiner Institution in Wien zu einer von Sachlichkeit und nicht von Ideologien geprägten Diskussion über den in Arbeit befindlichen neuen Hochschulplan. Damit käme man "in trockenere Gegenden als die Sümpfe, die wir so gerne durchwaten".

Der Hochschulplan ist auch für Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle 2012 das große Thema, er sieht die Kapazitätenfrage "unabdingbar" mit klaren Zugangsregeln verbunden. Den Rektoren versicherte der Minister: "Ich fühle mich nach wie vor als einer von Euch und als Euer Verbündeter." Die im Universitätsgesetz 2002 festgelegte Autonomie will Töchterle verteidigen, sie sei ein "international unbestrittenes Kriterium guter Universitäten". Die jetzt erkämpfte "Hochschulmilliarde" aus öffentlichen Mitteln sei erfreulich, die zusätzlich angestrebte private Finanzierung der Unis hänge aber noch in der Luft. In der Lehrer-Ausbildung unterstützte Töchterle den Führungsanspruch der Universitäten.