Wien.

Auch die heurige Bilanz zum Frauentag zeigt, wie zäh der Weg zur Gleichberechtigung ist. 2010/11 wurde nur ein kleiner Schritt zur Gleichstellung am Arbeitsmarkt und beim Einkommen gesetzt. Die Einkommensschere bewegte sich kaum, Frauen haben nach wie vor weit kleinere Pensionen und ihre Erwerbstätigkeit liegt klar hinter der der Männer. Längerfristig ist die Erwerbstätigkeit der Frauen stärker gestiegen als die der Männer. Das ist allerdings in erster Linie auf Teilzeitarbeit zurückzuführen, zeigen Daten der Statistik Austria.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ortet ein großes Informationsdefizit, was die Auswirkungen von Teilzeitarbeit auf den Pensionsanspruch betrifft. Hintergrund hierfür sind die Ergebnisse des von ihr am Freitag vorgestellten ersten "Frauenbarometers". Die Ministerin bekräftigte dabei ihre Forderung nach einem Umbau der Familienförderung auf Basis des Arbeiterkammer- und Industriellenvereinigungsvorschlags und den Ausbau des Kinderbetreuungsangebots.

Beim "Frauenbarometer" handelt es sich um eine Online-Umfrage unter 1000 Österreichern. Danach gefragt, wie gut sie sich über die Auswirkungen von Teilzeitarbeit auf den Pensionsanspruch informiert fühlen, gaben 68 Prozent der Befragten an, sich "eher schlecht" oder "gar nicht" informiert zu fühlen. Am schlechtesten informiert sind Frauen zwischen 30 und 49 Jahren.

Hauptursache für Teilzeitarbeit ist die Kinderbetreuungspflicht. 54 Prozent der befragten teilzeitbeschäftigten Frauen, aber nur 26 Prozent der teilzeitbeschäftigten Männer nannten dies als Grund. "Männer arbeiten Teilzeit aus Gründen der Weiterbildung", so Heinisch-Hosek. "Die Wahlfreiheit ist ein Märchen", Teilzeitarbeit ist ein weibliches Phänomen, fast jede zweite Frau arbeitet Teilzeit.