Wien. Ohne österreichische Hochschulen kommen die diesjährigen "Times Higher Education World Reputation Rankings" aus: Bei der Reihung der 100 renommiertesten Universitäten weltweit ist die Uni Wien nach einer Vorjahrs-Platzierung auf den als Zehnergruppe ausgewiesenen Rängen 91 bis 100 nun aus der Liste gefallen. Laut Phil Baty, dem Herausgeber des Rankings, ist das ein nur "leichter Abstieg, aber mit starker Sichtbarkeit". Die besten Beurteilungen zu universitären Forschungs- und Lehrleistungen hat erneut die US-Eliteuni Harvard von den mehr als 17.500 befragten Akademikern aus 137 Ländern erhalten.

Da die Wertung ausschließlich auf der Einschätzung von Akademikern beruht, könne man nur spekulieren, warum Österreich - ebenso wie Finnland - heuer nicht gereiht ist, so Baty. Er nennt "starke Budgeteinschnitte in Österreich" und "grobe Probleme im europäischen Hochschulsektor" als mögliche Gründe und stellt dies deutschen Universitäten entgegen, die mithilfe "signifikanter Förderung" Exzellenz an Unis erhöht und in ihrem Ruf daher stark dazugewonnen hätten. Als angesehenste deutsche Uni ist die Ludwig-Maximilians-Universität München auf Platz 42 gereiht. Beste deutschsprachige Uni ist die ETH Zürich auf Platz 22.

"Unis mehr Instrumente
in die Hand geben"

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nahm das Herausfallen Österreichs aus dem Uni-Ranking zum Anlass, erneut "Zugangsregelungen speziell in den Massenfächern sowie sozial ausgewogen ausgestaltete Studienbeiträge" zu fordern. Die heimischen Unis könnten zwar in gewissen Bereichen mit den internationalen Top-Unis mithalten und sollen durch die Hochschulmilliarde auch finanziell bessergestellt werden. "Wenn wir in den Rankings besser werden wollen, müssen wir den Unis aber noch mehr Instrumente in die Hand geben."

Laut Heinz Engl, Rektor der Universität Wien, fehle es vor allem an Exzellenzinitiativen wie jenen, die den Ruf deutscher Unis verbessert hätten. Engl wünscht sich von der Politik entsprechende Rahmenbedingungen.