Wien.

Spieglein, Spieglein an der Wand . . . Beauty-OPs werden immer beliebter. Illustration: PoodlesRock/Corbis - © © PoodlesRock/Corbis
Spieglein, Spieglein an der Wand . . . Beauty-OPs werden immer beliebter. Illustration: PoodlesRock/Corbis - © © PoodlesRock/Corbis
Eine mittelalterliche Schönheitskur mit Maden musste Julia Roberts jüngst für ihren neuen Schneewittchen-Film über sich ergehen lassen. Verschönerungen durch das Skalpell sind Usus in Hollywood - aber auch in Österreich wächst der Markt dafür. Damit vor allem Jugendliche, deren Körper oft noch gar nicht ausgereift ist, vor solchen Eingriffen geschützt werden, hat Gesundheitsminister Alois Stöger nun einen Gesetzesentwurf in Begutachtung geschickt, der Schönheitsoperationen strenger regelt.

Mit dem neuen Gesetz sollen medizinisch nicht notwendige Schönheitsoperationen geregelt werden, um dabei gewisse Standards sicherzustellen und Missbrauch bei Jugendlichen zu verhindern. Auch bei diesen Eingriffen kann es zu weitreichenden unerwünschten Nebenwirkungen und unerwarteten Folgen oder Komplikationen kommen. Derzeit kann jeder zugelassene Arzt Schönheits-OPs durchführen und es sind auch keine spezifischen Qualitätskriterien zu erfüllen. Durch das neue Gesetz sind diese nur mehr Fachärzten für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie erlaubt. Fachärzte wie für Hals-, Nasen-und Ohrenkrankheiten oder für Haut- und Geschlechtskrankheiten, aber auch Allgemeinmediziner werden nur noch für die Durchführung bestimmter ästhetischer Eingriffe infrage kommen, zu denen sie aufgrund ihrer Ausbildung berechtigt sind.

Das Ende der "Beauty-Docs"


Mediziner dürfen neben ihrer Berufsbezeichnung nur noch die Zusätze "Ästhetische Behandlungen" oder "Ästhetische Medizin" verwenden. Bezeichnungen wie "Beauty-Doc" oder Ähnliches sind in Zukunft nicht mehr erlaubt. Bei Verstößen gegen das Gesetz wird in Zukunft eine Geldstrafe in der Höhe von 15.000 Euro fällig, im Wiederholungsfall oder bei einer schwerwiegenden Gefahr für Leben oder Gesundheit eines Menschen eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro.

Bei 16- bis 18-Jährigen dürfen Schönheitsoperationen nur durchgeführt werden, wenn eine psychologische Beratung erfolgt ist, die Einwilligung durch die Erziehungsberechtigten und die jene durch den Patienten vorliegt sowie eine Wartefrist von acht Wochen zwischen Einwilligung und Operation eingehalten wurde.

Darüber hinaus kann bei 16- bis 18-Jährigen die Einwilligung bis eine Woche vor dem Behandlungs- oder Operationstermin stornofrei widerrufen werden. Dasselbe gilt für besachwaltete Personen. Für unter 16-Jährige sind Eingriffe ohne medizinische Indikation aufgrund der damit verbundenen Gefahren für den noch im Wachstum begriffenen Körper komplett verboten.

Werbebeschränkung


Das Gesetz enthält gegenüber dem Ärztegesetz verschärfte Werbebeschränkungen sowie ein Provisionsverbot. Damit soll der medizinische Laie nicht mehr beeinflusst werden können. Eine vergleichende Darstellung des Behandlungserfolges durch sogenannte "Vorher-nachher"-Bilder soll verboten sein. Geht es nach Stöger, soll das Gesetz noch heuer in Kraft treten. Und er will auch dafür sorgen, dass es eingehalten wird: Man werde bei Routinekontrollen, aber auch bei Anlassfällen genau hinsehen.