Innsbruck. Mit dem Wahlplakat "Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe" sorgte die FPÖ Innsbruck für diplomatische Verstimmungen und Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft. Nun rudert Spitzenkandidat August Penz zurück: Die Plakate sollen aus dem Innsbrucker Stadtbild verschwinden, zudem entschuldigt er sich für die Plakatkampagne.

"Ich bin in ein Eck gestellt worden, in dem ich nicht sein will", sagte Penz. Er habe mit dem Slogan auf Versäumnisse der Politik aufmerksam machen wollen und habe "niemals die Absicht gehabt, irgendjemanden zu beleidigen", beteuerte Penz. Er wolle sich "ausdrücklich von der Plakatkampagne distanzieren, sowie für den Inhalt und die Formulierung entschuldigen" und übernehme dafür "persönlich und alleine die Verantwortung".

Die 33 Großplakate seien bereits alle entfernt bzw. überklebt worden. Auch das Außenministerium in Wien sei informiert und gebeten worden, das marokkanische Königshaus von der Entscheidung der Innsbrucker Freiheitlichen in Kenntnis zu setzen, sagte der Hotelier.

Muslimische Österreicher machen Strache verantwortlich
Die "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen" (IMÖ) macht den freiheitlichen Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache für das Innsbrucker FPÖ-Plakat persönlich verantwortlich. "Er hat auch persönlich die Konsequenzen national und international zu tragen", erklärte IMÖ-Obmann Tarafa Baghajati in einer Presseaussendung. "Während Herr Strache sich in die Pose des Verteidigers der syrischen Revolution wirft und deren Opfer beweint, agieren er und seine Partei hier in Österreich in einer noch nie dagewesenen rassistischen Weise gegen austroarabische Bürger".

Am Freitag war der österreichische Botschafter in Marokko, Wolfgang Angerholzer, in das Außenministerium in Rabat zitiert worden. Wie das Ministerium bekanntgab, drückte der stellvertretende Außenminister Youssef Amrani gegenüber dem österreichischen Missionschef die "Entrüstung des Königreichs über diesen xenophoben Akt" aus.