Außenminister Michael Spindelegger bei einem Afrika-Besuch 2009. Im Vorjahr gab Österreich deutlich weniger für Entwicklungshilfe aus als zuvor. - © APAweb/APA/Hopi Media
Außenminister Michael Spindelegger bei einem Afrika-Besuch 2009. Im Vorjahr gab Österreich deutlich weniger für Entwicklungshilfe aus als zuvor. - © APAweb/APA/Hopi Media

Wien. Österreichs Ausgaben für Entwicklungshilfe sind im vergangenen Jahr erheblich gesunken. Die aktuellen Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigen, dass 2011 nur 0,27 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungshilfe ausgegeben wurde. Das ist ein Rückgang von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Alpenrepublik bleibt damit erneut sehr deutlich hinter dem UNO-Ziel von 0,7 Prozent für Entwicklungshilfe zurück.

  Zwar lag Österreich auch schon 2010 mit 0,32 Prozent des BNE hinter dem Durchschnitt. Die aktuelle Statistik weist das Land jedoch als eines der vier Länder mit dem stärksten Rückgang an öffentlichen Zahlungen für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) aus. Mehr gekürzt als Österreich haben nur Griechenland (-39,3 Prozent) und Spanien (-32,7 Prozent). Diese Länder seien aber von Wirtschaftskrise "in weit größerem Ausmaß" betroffen als Österreich, kritisierte die Hilfsorganisation "Licht für die Welt". Österreichs "bereits beschämend niedriger Beitrag" sinke weiter, die Kosten für die Finanzkrise würden den wirtschaftlich schwächsten Staaten aufgebürdet, empörte sich auch der Dachverband AG Globale Verantwortung.

  Die Mitglieder des OECD-Entwicklungsausschusses (DAC) stellten 2011 insgesamt 133,5 Milliarden US-Dollar für Entwicklungshilfe zur Verfügung. Das entspricht 0,31 Prozent des BNE aller DAC-Geberländer. In konstanten Preisen sind das 2,7 Prozent weniger als 2010, dem Jahr mit den bisher größten ODA-Leistungen. "Dieser Rückgang spiegelt die angespannte finanzielle Lage vieler DAC-Länder wider", kommentierte die OECD. Der Generalsekretär der Organisation, Angel Gurria, rief dazu auf, die Mittel aufzustocken, sobald es die finanzielle Lage erlaube.

  Weltweit größter Netto-Geber von ODA-Leistungen (Official Development Assistance, Anm.) sind die USA (30,7 Milliarden US-Dollar) vor Deutschland (14,5 Mrd.), Großbritannien (13,7 Mrd.) und Frankreich (12,9 Mrd). Trotzdem erreichen bisher nur Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden das 0,7-Prozent-Ziel, das die Vereinten Nationen bereits in den 60er Jahren beschlossen. Die größten realen Steigerungen gab es 2011 in Italien, Neuseeland, Schweden und in der Schweiz.