Die Zahl der Abgeordneten zum Nationalrat unterliegt seit der Gründung der Republik starken Schwankungen. Als sich am 21.Oktober 1918 die deutschsprachigen Mitglieder des 1911 gewählten Reichstags zur Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich zusammenschlossen, waren es 208 Mandatare. Nach der Wahl der Konstituierenden Nationalversammlung am 19. Februar 1919 waren es nur noch 170. Als am 10. November 1920 der Nationalrat die Nationalversammlung ablöste, waren es wie heute 183 Abgeordnete. Fünf Jahre später wurde diese Zahl jedoch auf 165 reduziert. Erst 1971 erfolgte die erneute Erhöhung auf 183. Nun plant die Bundesregierung eine Verkleinerung um zehn Prozent auf 165. Diese Zahl soll nun auch erstmals in der Verfassung fixiert werden.

Schon jetzt verfassungsrechtlich geregelt ist die Größe des Bundesrats. Demnach stehen dem bevölkerungsreichsten Bundesland 12 Sitze zu. Die Mandate der anderen Länder richten sich nach ihrem Größenverhältnis zum größten Bundesland, aber jedes Land hat mindestens drei Sitze. Die endgültige Zahl wird vom Bundespräsidenten nach jeder Volkszählung festgelegt. Hier plant die Koalition nun eine Festlegung auf "höchstens 56 Mitglieder". Derzeit sind es 62.