Semmering. Bildung war das zentrale Thema der Regierungsklausur am Montagnachmittag am Semmering. Bereits bei der Klausur in Loipersdorf hat sich die Koalition verpflichtet, bis 2015 jährlich 80 Millionen Euro (320 Millionen) als Anschubfinanzierung für den Ausbau der Nachmittagsbetreuung zur Verfügung zu stellen. Jetzt hat es mit den Ländern eine Einigung über eine Regelung in einem 15a-Vertrag (Verträge zwischen Bund und allen Ländern über die Finanzierung) gegeben. Wie Vizekanzler Michael Spindelegger sagte, soll die Ganztagesbetreuung in AHS- und Pflichtschulen einen anderen Stellenwert bekommen". Dementsprechend kann das Thema heute, Dienstag, bereits den Ministerrat passieren.

Die derzeit bestehenden 105.000 Nachmittagsbetreuungsplätze werden auf 160.000 Plätze ausgeweitet - auch in Ganztagssschulen. Gemeinsam mit den Hortplätzen soll es 2015 daher 210.000 Plätze geben. Damit steige die Angebotsdichte auf 50 Prozent, sagte Unterrichtsministerin Claudia Schmied.

Der Bund übernimmt einen jährlichen Zuschuss zu den Personalkosten von rund 8000 Euro pro Gruppe - eine Gruppe muss ab 12 Schülern (bisher ab 16) eingerichtet werden - und einmalig zur Verbesserung der Infrastruktur 50.000 Euro pro Gruppe. An den Pädagogischen Hochschulen werden Freizeitpädagogen ausgebildet.

Die Länder ihrerseits verpflichten sich zur Einrichtung von Gruppen ab 12 Schülern, sie garantieren eine Öffnungszeit bis 16 Uhr und zu Qualitätsstandards. Die Nachmittagsbetreuung kann auch schulartenübergreifend angeboten werden.