Wien. Für die Publizistik- und Informatikstudenten der Uni Wien hat das Pendeln zwischen den jeweils mehr als zehn Standorten mit Herbst ein Ende: Noch im Sommer übersiedeln die Fakultät für Informatik und das Publizistikinstitut in das neue gemeinsame Gebäude an der Währingerstraße 29 in Wien-Alsergrund.

Büros und Seminarräume auf zehn Ebenen
Dort stehen den fast 7.000 Studenten und über 500 wissenschaftlichen Mitarbeitern künftig auf 11.000 Quadratmetern auf zehn Ebenen Büros, Seminar- und PC-Schulungsräume, EDV-Forschungslabors, drei Hörsäle, Kommunikationszonen und Fachbibliotheken zur Verfügung. Am Dienstag wurde das Gebäude von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) offiziell an die Uni übergeben.

Rektor Heinz Engl sprach bei der Presseführung von einem "wichtigen und großen Projekt". Schließlich versucht die Uni Wien, ihre über ganz Wien verstreuten Standorte in wenigen Bezirken - der Inneren Stadt, dem Alsergrund und in St. Marx in Landstraße - zu bündeln. Das neue Haus befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hauptgebäudes bzw. des Campus im Alten AKH.

"Gespräche am Gang und in der Cafeteria spielen große Rolle"
Für BIG-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss geht für die Informatik-und Publizistikstudenten damit sogar "so etwas wie eine kleine Odyssee zu Ende". Neben der Bündelung von Standorten steht laut Engl allerdings auch eine "strategische Entscheidung" hinter der Vereinigung der beiden Fächer in einem Haus. Dadurch soll nämlich der Forschungsschwerpunkt Medieninformatik gestärkt werden, und bei Kooperationen "spielen Gespräche am Gang und in der Cafeteria eine große Rolle".

Neubau Publizistik-Institut Währingerstraße - © Harald A. Jahn
Neubau Publizistik-Institut Währingerstraße - © Harald A. Jahn

Wo seit dem Zweiten Weltkrieg eine Baulücke geklafft hat, ist in zweijähriger Bauzeit ein aus sieben Obergeschoßen, Erdgeschoß und zwei Kellergeschoßen für die Bibliothek bestehendes Gebäude mit teilweise begrüntem Innenhof entstanden. Innen wie außen dominiert gedecktes Grau, Sichtbeton und Glas. Die Fassade mit strukturiertem Beton ist laut BIG besonders energieeffizient. In den mit goldfarbenen Wandpaneelen ausgestatteten Hörsälen gibt es eine spezielle Kühlung, damit es dort auch dann nicht zu heiß wird, wenn viele Laptops im Einsatz sind.

Die Fachbereichsbibliotheken für die rund 5.000 Publizistik- und rund 1.800 Informatikstudenten sind im Erdgeschoß und in den beiden Untergeschoßen konzentriert, in den sieben Obergeschoßen gibt es Büros, Seminarräume und Forschungslabors. In jedem Stockwerk sind außerdem eine Teeküche und Besprechungsräume angesiedelt, ein paar Farbtupfer wie die sonnengelben Wände im Treppenhaus oder knallgrüne Elemente beim Infopoint lockern das Grau auf.

Bis zu 2000 Personen pro Tag
Die BIG rechnet damit, dass sich ab September täglich zwischen 1.800 und 2.000 Personen in dem 25 Millionen Euro teuren Objekt aufhalten werden. Was mit den bisherigen Informatik- und Publizistikstandorten, die sich bis nach Floridsdorf verteilen, geschieht, ist noch nicht in allen Fällen entschieden. Fix ist laut Engl nur: "Wir werden nicht alle Standorte weiter nutzen."