Wien. Die Anti-Rassismus-Initiative Zara beschuldigt zwei Wiener Lokale, sie hätten Personen wegen "ausländischen" Aussehens abweisen lassen. Von Zara ausgeschickte Tester besuchten am Samstag insgesamt sieben Clubs in der Stadt. Die von der europäischen Anti-Rassismus-Bewegung EGAM initiierte Aktion war auch in Frankreich, Italien, Norwegen, Rumänien und Serbien durchgeführt worden - mit dem Ergebnis, dass bei jedem vierten überprüften Lokal aus rassistischen Gründen der Einlass verweigert worden sei.

In Wien wurde in einem Fall beiden Testern mit nicht-"österreichischem" Aussehen kein Zutritt gewährt. Die Türsteher wimmelten sie mit dem Hinweis "nur für Stammgäste" ab. "Die weiße Testperson war allerdings auch kein Stammgast und wurde ungefragt hineingelassen", kritisierte Zara.

"Freundlicher Eindruck"

Bei einem anderen Lokal durfte die "türkisch aussehende" Testperson nicht hinein. Der junge Mann, dessen Eltern aus der Türkei kommen, sei nach einer längeren Wartezeit nicht eingelassen und gebeten worden, unter der Woche wiederzukommen. Der Türsteher habe sich über den Vorwurf der Diskriminierung empört gezeigt. Er würde sich die Gäste genau anschauen und dann entscheiden, wer "einen freundlichen Eindruck mache und zum Lokal passe". Bei beiden Lokalen handelt es sich um Clubs in den Stadtbahnbögen, einer Ausgehmeile entlang des Wiener Gürtel.