Wien. Ob Ethik bald als Pflichtfach oder Ersatzfach für Religion kommt,  wurde am Mittwoch in einer parlamentarischen Enquete diskutiert. Unterrichtsministerin Claudia Schmied betonte dabei die Bedeutung von Wertevermittlung in einer Gesellschaft. Ethik könnte den Religionsunterricht ersetzen, ein für alle verbindlicher eigener Schulgegenstand oder als Querschnittsthema in anderen Fächern erarbeitet werden, meinte sie. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sprach sich für Ethikunterricht als "sinnvolle" Ergänzung zum Religionsunterricht aus.

Der Philosoph Konrad Paul Liessmann pochte auf Ethik als verbindliches Pflichtfach mit extra ausgebildeten Pädagogen: "Ethik ist nicht das was überbleibt, wenn man Gott streicht."

Während die katholischen Schulverantwortlichen einen verpflichtenden Ethikunterricht für all jene Schüler, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen forderten, befürchten Vertreter der rund zwei Millionen Österreicher ohne religiöses Bekenntnis die Einführung von "Religionsunterricht durch die Hintertür".