15 gegen 20 Fragen
ÖVP und FPÖ sekkierten einander aber nicht nur auf Landesebene, auch die Bundesparteien schoben einander den Schwarzen Peter zu. Mit "15 Fragen an den FPÖ-Chef" wollte ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch von Heinz-Christian Strache wissen, wann dieser für Aufklärung bei der Kärntner Schwesterpartei FPK sorgen werde. Die FPÖ antwortete prompt mit eigenen 20 - oft provokanten - Fragen an die Volkspartei, etwa zu Themenkomplexen im aktuellen Korruptionsuntersuchungsausschuss, in welche die Volkspartei involviert ist. Letztere antwortete sogar, so sei etwa der frühere Innenminister Ernst Strasser kein Mitglied der Volkspartei.

  Weiter eskalieren könnte die Situation in Kärnten am 6. August. Dann wird der Prozess rund um illegale Parteispenden in Klagenfurt fortgeführt, Zeuge ist unter anderem der ehemalige Sprecher des verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider, Stefan Petzner. "Martinz wird sich wundern", kündigte er bereits kryptisch an und bezeichnete diesen ebenfalls als "Lügner". Einen Tag später legte er in der Tageszeitung "Österreich" noch eins drauf:  "Ich stehe vor Gericht unter Wahrheitspflicht und werde alles sagen, was ich weiß. Manche Herrschaften werden danach massiven Erklärungsbedarf haben."

  Auch einen sachpolitischen Vorschlag gab es am Wochenende zur Causa: Grünen-Chefin Eva Glawischnig will mit verfassungsrechtlichen Bestimmungen "Mindeststandards" - etwa die Abwahl von Regierungsmitgliedern und eine Neuwahl mit Mehrheit und nicht über Zweidrittel-Quorum - einführen. Was von seinen Kollegen im Süden derzeit zu halten sei, sagte wiederum der steirische VP-Klubobmann Christopher Drexler: "Was in Kärnten vorgefallen ist, ist unvorstellbar. Es ist eine Paarung aus krimineller Energie und Dummheit." Und weiter:  "Ich bin es leid, als einer, der seit Jahren in der Politik Verantwortung trägt, mit dieser elenden Bagage in einen Topf geworfen zu werden."