Friesach. Er habe keine Angst vor Frank Stronach und dessen künftiger Partei, betonte BZÖ-Chef Josef Bucher in den ORF-"Sommergesprächen". So recht schien ihm das Interviewer Armin Wolf nicht zu glauben. Auch sonst stellte er einige harte Fragen, darunter jene, ob die jüngsten Vorgänge in Kärnten Buchers Blick auf seinen Mentor Jörg Haider verändert hätten, den Bucher prompt verteidigte, während er den Schwarzen Peter den beteiligten ÖVP-Politikern zuschob. "Jörg Haider würde aber heute, wenn er noch lebte, gemeinsam mit Josef Martinz und Dietrich Birnbacher vor Gericht stehen, von den Millionen aus Libyen ganz zu schweigen", warf Wolf ein. Buchers prompter Konter: "Wollen wir eine seriöse Diskussion führen? Ich habe Sie bisher für einen seriösen Journalisten gehalten . . . Über Tote herzuziehen ist letztklassig."

Wolf hält Bucher miese Umfragewerte vor

Geht es bei den "Sommergesprächen" darum, den Gesprächspartner aus der Reserve zu locken, so ist dies bei jenem mit Bucher in Friesach gelungen. Als der BZÖ-Chef ankündigte, bei der nächsten Kärntner Wahl - über deren Termin streiten die Parteien noch - als Spitzenkandidat anzutreten, und vollmundig erklärte: "Ich will Landeshauptmann werden", folgte eine längere Wortklauberei darüber, was er tue, wenn er es nicht werde.

Und Wolf rieb dem BZÖ-Chef, den er laufend mit Verfehlungen von (Ex-)Parteikollegen von Peter Westenthaler über Hubert Gorbach bis Ewald Stadler konfrontierte, eine Karmasin-Studie unter die Nase, in der er sowohl beim Bekanntheitsgrad als auch bei der Einschätzung seiner Kanzlerqualitäten mies abgeschnitten habe.

In Klagenfurt kündigten unterdessen die ÖVP und das FPK Sonderlandesparteitage an: die ÖVP für 6. Oktober, die FPK bereits für 2. September.