Frank Stronachs "Team Stronach" soll heute auch offiziell als Parlamentsfraktion anerkannt werden. - © APAweb / APA, Robert Jäger
Frank Stronachs "Team Stronach" soll heute auch offiziell als Parlamentsfraktion anerkannt werden. - © APAweb / APA, Robert Jäger

Wien. Frank Stronach macht nun wirklich Ernst. Der Milliardär und Magna-Gründer hat am Donnerstag seine Partei namens "Team Stronach" in einer Pressekonferenz nun auch offiziell präsentiert. Von diesem Schritt erwartet er sich Bedeutendes weit über die Grenzen hinaus: "Der 27. September 2012, da bin ich sicher, das ist ein sehr wichtiger Tag, der in die Geschichte Österreichs eingehen wird und der auch in die Geschichte der Welt eingehen wird."

Stronach präsentierte sich und seine Partei in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn bei sehr großem Medienandrang. Der Parteigründer hielt sein Grundsatzstatement frei redend und im Ton bedacht. Stronach war auch bemüht, jegliche Form von Abgehobenheit zu vermeiden: "Ich bin ein Mann des Volkes."

Europafreundliche Worte
Auch das Image als Euro-Gegner versuchte der Milliardär abzustreifen: "Ich bin für ein starkes Europa." Zudem hielt Stronach fest, in keiner Weise radikal zu sein, sondern "sehr sachlich". Als sein Credo nannte er: "Die Wirtschaft, die Wirtschaft, die Wirtschaft." Wenn die Wirtschaft nicht funktioniere, dann funktioniere gar nichts.

Stronach vergaß freilich auch nicht persönliches in seine Rede einzubringen. Der heutige Milliardär berichtete von Zeiten, in denen er gehungert habe, aber auch vom Zweiten Weltkrieg, der bis nahe an seinen Heimatort herangekommen sei. Für seinen späteren beruflichen Werdegang zeigte sich Stronach dankbar und berichtete, dass er auch jetzt noch gerne in den Wald gehe, sich auf einen Stein oder einen Baumstumpf setze und dort ein leises Gebet spreche.

Gewissen gab Ausschlag für Einstieg in die Politik
Sein Engagement begründete der Parteigründer damit, dass sein Gewissen ihm gesagt habe, dass er Zeit in dieses Projekt investieren solle. Er wolle, dass es in Österreich künftig weniger Politik, dafür mehr Wahrheit, Transparenz und Fairness geben möge.

Neues Personal dürfte Stronach am Donnerstag nicht präsentieren. Am Stehtisch des Team Stronach zeigten sich bloß die schon bisher bekannten Mitglieder, wie der Spittaler Bürgermeister Gerhard Köfer, drei ehemalige BZÖ-Mandatare sowie die Tochter der ehemaligen Innenministerin Liese Prokop, Karin Prokop und der frühere SPÖ-Nationalratsabgeordnete Christian Faul.

Parteiprogramm muss erst erstellt werden
Frank Stronach will das Parteiprogramm seiner neu gegründeten Bewegung bis Anfang April unter Dach und Fach haben. Bei der Erarbeitung soll ein unpolitischer Weisenrat helfen, sagte er in seiner rund 50-minütigen Grundsatzrede am Donnerstag. Der 80-jährige Unternehmer sprach sich darin für eine "FairTax", ein Berufsheer sowie eine Verwaltungsreform aus. Scharfe Attacken ritt er abermals gegen die EU-Politik sowie die SPÖ.