Wien. (ede/apa) Die Erschließung neuer Absatzmärkte außerhalb Europas gewinnt für Österreichs Exportunternehmen immer mehr an Bedeutung. "Wir wollen die starke Abhängigkeit von Europa schrittweise reduzieren. Damit verteilen wir auch unser Risiko besser, wenn es in einzelnen Regionen zu Konjunktureinbrüchen kommt", sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Freitag anlässlich der Veröffentlichung der neuen Exportzahlen der Statistik Austria.

Exporte stiegen bis Juli nur um 2,1 Prozent


Die Exporteure sind nach dem Rekordjahr 2011 mit einem weiterhin schwierigen Umfeld im Euro-Raum und einer Abkühlung der Weltwirtschaft konfrontiert, die mit Deutschland und Italien auch die wichtigsten Handelspartner Österreichs betrifft. In den ersten sieben Monaten 2012 gab es daher bei den Exporten nur noch ein Plus von insgesamt 2,1 Prozent auf 72,08 Milliarden Euro. Dem standen Einfuhren von 76,79 Milliarden Euro (plus 1,9 Prozent) gegenüber, gab die Statistik Austria bekannt. 2011 waren die Exporte um 12 Prozent, die Importe um 15 Prozent gestiegen.

Dabei war der Warenaustausch mit EU-Ländern in den ersten sieben Monaten 2012 rückläufig. Österreich bezog heuer bis Juli nur mehr Waren im Wert von 53,98 Milliarden Euro aus der Union, um 1,3 Prozent weniger als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Wert der in diese Länder versandten Waren schrumpfte um 0,6 Prozent auf 49,30 Milliarden Euro.

Überdurchschnittlich angezogen hat dafür erneut der Außenhandel mit Drittstaaten: Die Importe in Länder außerhalb der Union stiegen um 10,3 Prozent auf 22,80 Milliarden Euro, die Exporte legten um 8,5 Prozent auf 22,79 Milliarden Euro zu. Besonders hoch waren die Zuwachsraten bei den Exporten nach Brasilien (plus 12,7 Prozent), in die USA (plus 13,2 Prozent) und nach Japan (plus 6,4 Prozent).

"Im Euro-Raum dämpfen die Folgen der Schuldenkrise die Realwirtschaft. Umso wichtiger ist es, dass wir mit der Internationalisierungsoffensive die Marktpotenziale in den wachstumsstärkeren Ländern außerhalb Europas besser nützen können", betonte Mitterlehner. "Obwohl sich Österreichs Exportwirtschaft bisher robust zeigt, müssen wir uns für den weiteren Verlauf der Schuldenkrise gut wappnen. Daher unterstützen wir die Unternehmen sowohl bei der Finanzierung neuer Wachstumsprojekte als auch bei der Entwicklung von Innovationen", bekräftigte er.

Hilfe beim ersten Schritt


ins Ausland


Um die Exporte zu unterstützen, stellt das Wirtschaftsministerium der Außenwirtschaft Austria 35 Millionen Euro für die Offensive "go international" zur Verfügung und unterstützt damit insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die neue Märkte erschließen wollen. Gefördert werden Instrumente wie der Besuch wichtiger Branchentreffs, die Teilnahme an Forschungskooperationen sowie die neuen Exportschecks speziell für kleine und mittlere Unternehmen. "Wir helfen den Unternehmen beim ersten Schritt in den Export, bei der Eroberung von Fernmärkten und der Vermarktung ihrer technologischen Innovationen", erläuterte Mitterlehner.