Wien. Als Antwort auf den Protestkonvent der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) am Mittwochnachmittag gegen die geplante Gesundheitsreform stellte der Hauptverband der Sozialversicherungsträger nun Forderungen an die Ärzte: Vorsitzender Hans Jörg Schelling hat einen Katalog mit zehn Wünschen an die Ärzteschaft zusammengestellt, die zur Stärkung des niedergelassenen Bereichs dienen sollen. Hauptpunkt ist die Forderung, dass die ÖÄK Jungärzte bei ihrer Niederlassung im ländlichen Raum unterstützen soll.

"Von Mangel keine Rede"


Gerade dieser Punkt sei "angesichts des von der Ärztekammer herbeigeredeten Ärztemangels ein besonderes Anliegen". Von einem Mangel könne überdies "keine Rede sein", so Schelling weiter. Denn während die Bevölkerung in den vergangenen 40 Jahren um zwölf Prozent von 7,5 auf 8,4 Millionen Menschen gewachsen ist, sei die Zahl der berufsausübenden Ärzte - laut ÖÄK-Daten - um das Zwanzigfache von 12.438 auf 39.123 gestiegen.

Weitere Forderungen: die Schaffung von patientenfreundlicheren Öffnungszeiten, ein besseres "Wartezeitenmanagement" in den Ordinationen, mehr Zeit für die Betreuung von Patienten sowie weniger Doppel- und Mehrfachuntersuchungen. Zudem fordert der Hauptverband die Ärzte zu einer "positiven Einstellung" zur elektronischen Gesundheitsakte Elga sowie E-Medikation auf.

Die Ärzte beharren indes auf ihren Forderungen. Am Donnerstag wurde bekannt, dass sie bei der Vollversammlung am Mittwoch vor dem Protestkonvent den 16. Jänner als einen möglichen Termin ins Auge gefasst haben, an dem es zu Ordinationsschließungen kommen könnte - falls nicht die Politik bei der Gesundheitsreform einlenkt.