Wien. "Shabe-Yalda" oder die "Nacht der Geburt" ist ein weitestgehend unbekanntes altpersisches Fest. Dabei liegt diese Feierlichkeit schon Jahrtausende zurück: Zwischen dem ersten und zweiten Jahrtausend vor Christus sollen bereits die ersten Feste im indo-iranischen Kulturkreis stattgefunden haben. Bis heute hat das Fest - trotz starker religiöser Veränderungen - Bestand.

"Für mich ist es eine Zusammenkunft von Familie und Freunden, um gemeinsam die längste Nacht des Jahres zu feiern", erzählt Farima, eine österreichische Lehrerin mit iranischen Wurzeln. "Es ist eine sehr natürliche Feierlichkeit, die bis in die Morgenstunden zelebriert wird, um gegen die Finsternis und Kälte anzukämpfen", bekundet auch Gorji Marzban, Professor für Biotechnologie an der Boku Wien.

Die Rede ist vom 21. Dezember, der Wintersonnenwende. Auch laut iranischem Sonnenkalender beginnt von hier an die längste Nacht des Jahres. Für den iranischen Sonnenkalender stellt dieser Zeitabschnitt, die "Geburt des Lichts" dar, da die Tage im Kalender von hier an länger werden. Demzufolge symbolisiert das "Yalda-Fest" den "Sieg des Lichts über die Finsternis".

Eines der größten Feste

Die Yalda-Nacht stellt eines der vier großen persischen Feste dar, welches sich nach dem iranischen Sonnenkalender ausrichtet. Hierbei werden Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winteranfang gefeiert. Das wohl bekannteste Fest aus dieser Reihe ist das "Eyde-Norous" das zu Frühlingsbeginn dem 21. März gefeiert wird. Das "Yalda-Fest" ist im Vergleich dazu weniger bekannt: "In meiner Jugend im Iran haben wir es jedenfalls gefeiert", erklärt die 46-jährige Farima hierzu. Ein Grund für das sich in Grenzen haltende Interesse sei die Umgebung, glaubt sie: "Für so ein Fest braucht man Familie, gute Freunde und auch Zeit." Einige, so kritisiert Farima, würden es nämlich zu einem übertriebenen Spektakel machen, wie Yalda-Events mit Bauchtanz und Live-Musik zeigen würden.

Gorji Marban hingegen feiert in Österreich ähnlich traditionell wie damals im Iran: "Wir feiern es im Kreis der Familie und Freunde. Sitzen zusammen, lesen Hafez, Kasrai und Forough, machen Musik, manche tanzen oder erzählen den Kindern Märchen."

Für den 58-jährigen Amir, der so wie Marzban im Iran aufgewachsen ist, ist die Festlichkeit in Österreich schwer umsetzbar: "Das Fest hat eine bedeutenswerte historische Komponente, ist aber für mich schwer praktizierbar, da all meine Verwandten und engen Freunde weit weg sind."